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DVB-T2 HD: Hardware für das hochaufgelöste Antennen-TV

Heinrich Voigts on March 7, 2017 - 1:20 pm in Internet

Wenn in drei Wochen das hochauflösende DVB-T2 HD startet, brauchen viele Zuschauer neue Hardware. c’t hat Receiver für den Betrieb am TV getestet, den HD-Empfang am Rechner untersucht und Alternativen beleuchtet.

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In gut drei Wochen wird das Antennenfernsehen DVB-T abgeschaltet und durch den hochauflösenden Nachfolger DVB-T2 HD ersetzt. Viele Zuschauer, die bislang lineares Fernsehen mit Stabantenne geschaut haben, müssen sich bis dahin um neue Hardware für den DVB-T2-Empfang kümmern. Denn: Die DVB-T-Receiver können mit der ab 29.3. ausgestrahlten HD-Version nicht umgehen – mangels HEVC-Decoder (High Efficiency Video Coding, H.265) bleiben viele TVs ab Ende März dunkel.

Die Abschaltung hat keinerlei Einfluss auf die per Satellit oder über Kabel ausgestrahlten Programme, betroffen sind lediglich Zuschauer, die auf das terrestrische Signal setzen. Das sind derzeit etwa 10 Prozent aller Fernsehzuschauer.

Empfang von DVB-T2 HD am vorhandenen TV

Besitzer aktueller Flachbildfernseher aus den Jahren 2015 oder 2016 können darauf bauen, dass ihr Gerät bereits ein passendes Empfangsteil für DVB-T2 HD eingebaut hat. Wer am TV-Gerät außer den öffentlich-rechtlichen Kanälen von ARD und ZDF auch die Privatsender von ProSiebenSat1 und RTL schauen will, benötigt ab dem 29.3. ein Entschlüsselungsmodul von Freenet. Das Modul kann man online bei Freenet bestellen. Das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender wird ab Ende März aber stark ausgebaut. So werden außer den Hauptprogrammen von ARD und ZDF auch die dritten Programme und alle digitalen Spartensender künftig über Antenne empfangbar sein – erstmals in Full HD mit 50p.

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DVB-T2-Receiver statt neuem TV

Mit älteren Fernseher ist der DVB-T2-HD-Empfang deutlich unwahrscheinlicher – nur einige große Hersteller wie Samsung und LG haben 2014 in ihre 4K-TVs die HEVC-Unterstützung eingebaut. Wer ein älteres Gerät besitzt, muss deshalb entweder einen neuen Fernseher kaufen oder einen externen Receiver anschaffen. Welche Receiver hierfür in Frage kommen, hat c’t im aktuellen Heft untersucht. Im Test waren 15 externe Receiver für das neue DVB-T2 HD, die sämtlich auch die privaten Programme empfangen können; die meisten können zudem das TV-Programm aufzeichnen.

Man erkennt diese Geräte am grünen DVB-T2-HD-Logo, zusätzlich tragen sie den Schriftzug “freenet tv”, der den Empfang der Privaten signalisiert. Nutzer benötigen für die kleinen Receiver-Kästchen üblicherweise anders als für TV-Geräte kein zusätzliches CI-Modul: Das Entschlüsselungsmodul sitzt bereits als Chip auf der Receiver-Platine im Gehäuse.

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Prepaid-Karten für Privatsender

Zuschauer, die auch Privatfernsehen schauen wollen, benötigen sowohl für die Receiver als auch für die TVs ab Juni ähnlich wie bei Handy-Prepaid-Verträgen einen Guthaben-Code. Den gibt es bei den großen Elektronikketten wie Media, Saturn oder Conrad und man kann ihn online bei Freenet als Email anfordern. Mit der Nummer und der Freenet-ID des Receivers oder TV-Geräts aktiviert man den Receiver online bei Freenet und schaltet damit den eigenen Empfänger für die Privatsender frei. Zuschauer ohne online-Zugang können die Freischaltung vom lokalen Händler erledigen lassen. Kostenpunkt: 5,75 Euro pro Monat bei obligatorischer Laufzeit von einem Jahr, also 69 Euro pro Jahr und Empfangsgerät; nach einem Jahr endet das Abo automatisch.

Über DVB-T2 werden die Privaten anders als per Kabel oder Satellit nicht mehr in Standardauflösung ausgestrahlt. Damit ist DVB-T2 HD eine Art Testballon: Inwieweit sind die Zuschauer gewillt, für den an sich unkomplizierten Empfang zu bezahlen? Es ist abzusehen, dass sich das bei DVB-T2 HD genutzte Modell über kurz oder lang auch im Kabel und per Satellit durchsetzt. Zugleich erwarten Streaming-Anbieter wie Zattoo, dass mit der Abschaltung von DVB-T etliche Zuschauer auf TV-Streaming umsteigen werden.

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DVB-T2 am PC und mobil

Die öffentlich-rechtlichen Sender von ARD und ZDF kann man am PC auch in HD-Auflösung per Stabantenne und USB-Stick empfangen – der erste Stick für den Empfang der Privaten steckt immer noch im Prototypenstadium 1883411. Zum Dekodieren von HEVC-Videos ist indes viel Rechenleistung nötig. So lief das Mediacenter Kodi im c’t-Test auf einem Rechner mit HEVC-Hardwarebeschleunigung ruckelfrei, einem Raspberry Pi mit Quadcore-Prozessor ließen sich dagegen nur DVB-T2-HD-Standbilder entlocken. Kleine Ansteckmodule wie Terratecs Cinergy T2 Stick Micro sind auch an Android-Geräten als TV-Empfänger nutzbar, dann allerdings ohne jegliche Komfortfunktionen. Details zur DVB-T2-HD-Hardware und der Möglichkeit, Aufnahmen am PC zu schneiden, behandelt c’t ebenfalls im DVB-T2-Schwerpunkt in Heft 6/17.

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(uk)

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