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Debian 9 wahrscheinlich ohne UEFI-Secure-Boot-Support

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Moritz Rosenfeld on April 29, 2017 - 11:48 pm in OSS

Anders als geplant bekommt Debian GNU/Linux 9 nun wohl doch keine Unterstützung für UEFI Secure Boot. Offenbar hätte das die Freigabe des “Stretch” genannten Release verzögert, die langsam in greifbare Nähe zu rücken scheint.

Genau wie die aktuelle Version der GNU/Linux-Distribution des Debian-Projekts wird auch die nächste auf Allerwelt-PCs wohl erst starten, wenn man UEFI Secure Boot lahmlegt. Es gibt aber auch positives zu vermelden: Debians Live-Medien booten jetzt auch per UEFI. Zudem deutet vieles darauf hin, dass die Freigabe von Debian 9 “Stretch” nicht mehr all zu lange auf sich warten lässt.

Unterstützung für UEFI Secure Boot vertagt

Eigentlich hatten die Debian-Entwickler geplant, bei den Stretch-Installationsmedien für x86-64-PCs einen von Microsoft signierten Boot-Loader einzusetzen. Typische PCs hätten dann den Start der Medien nicht blockiert, denn durch solche eine Signatur stuft ihre Firmware das Betriebssystem als vertrauenswürdig ein. Die Distributionen von Projekten wie Fedora, OpenSuse oder Ubuntu nutzen schon länger solche Signaturen: Ohne würden die Installationsmedien auf modernen PCs nur starten, wenn man UEFI Secure Boot deaktiviert oder den klassischen Start per CSM (Compatibility Support Module) im BIOS-Setup aktiviert.

Die Debian-Entwickler haben ihren Loader sogar schon von Microsoft signieren lassen. Zur Secure-Boot-Unterstützung sind aber noch einige Restarbeiten nötig. Diese umzusetzen erfordert offenbar noch etwas Zeit, denn das Release Team des Debian-Projekts hat jetzt den Plan zurückgestellt, Stretch von Anfang an mit Secure-Boot-Unterstützung auszuliefern. Dabei ist dem Team laut einer Mitteilung klar, dass dieser Schritt viele Anwender enttäusche. Ganz ausgeschlossen ist aber noch nicht, dass alles Nötige noch rechtzeitig umgesetzt wird. Außerdem betonen die Entwickler, die Secure-Boot-Unterstützung könne nachgereicht werden. Das könnte mit einem Point-Release wie Debian 9.1 oder 9.2 schon wenige Monate nach der Freigabe von Stretch passieren.

Live-Medien mit UEFI-Support

Das Release Team erwähnt in seiner Mitteilung zudem, dass es jetzt Vorkehrungen zur Freigabe von Stretch trifft. Das deutet darauf hin, dass es bis zur Fertigstellung nicht mehr Monate, sondern wohl nur noch Wochen sind. Einen konkreten Freigabetermin gibt es aber noch nicht: Wann veröffentlicht wird, hängt unter anderem davon ab, wie viele Fehler bekannt werden und wie kritisch diese sind.

Aufgrund der näher rückenden Fertigstellung hat auch das Team hinter dem Installer einen Status-Bericht zu den Vorarbeiten für Stretch veröffentlicht. Dort weisen sie darauf hin, dass es keine CD-Images mehr geben wird, die sämtlichen Debian-9-Pakete erhalten; diese bekommt man aber weiter über DVD- und Blu-ray-Images. Ferner stellt das Debian-Projekt auch die meisten der CD-Images ein, über die man Debian GNU/Linux bislang mit einer bestimmten Desktop-Oberfläche installieren konnte. Die CD-Images zur Netzwerkinstallation gibt es aber nach wie vor.

Nach temporären Problemen sind jetzt auch wieder Live-Images von Stretch erhältlich. Erstmals sind diese nun auch in der Lage, per UEFI zu starten – eine Technik zur Interaktion mit der Firmware, mit der nahezu alle modernen PCs seit der Windows-8-Einführung das Betriebssystem und seine Installationsmedien standardmäßig starten. (thl)

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