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A1 und Nokia demonstrieren XG-Fast in Österreich

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Heinrich Voigts an März 23, 2017 - 8:21 am in Internet

Der Glasfaserausbau ist aufwendig und kommt deshalb nur langsam voran. Nokia propagiert mit XG-Fast eine eigene Technik, die kurze Strecken zwischen Bordstein und Hausanschluss über Kupferdoppeladern mit Gigabit-Speed überbrückt.

Der Netzbetreiber A1 und der Netzwerkausrüster Nokia haben die Kupferkabel-Technik XG-Fast erstmals in Österreich getestet und vorgeführt. XG-Fast ist ein proprietäres Verfahren der Nokia Bell Labs. Es gründet auf der bereits standardisierten G.fast-Technik und soll die letzten Meter vom Glasfaser-Backbone zum Kundenanschluss per Kupferkabel überbrücken.

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1953 startet die Entwicklung der Datenübertragung per Telefonleitung — mehr als 50 Bit pro Sekunde schafft das erste Modem (DataPhone) der Welt noch nicht. Erst in den 1960er Jahren sollte die erste Online-Message übertragen werden. Vergrößern
Bild: Nokia
Nokia spricht von Verbindungsstücken zwischen Bordsteinkante und Keller eines Hauses oder Anschlüssen in Wohnungen. Der Feldversuch lieferte ähnliche Übertragungsgeschwindigkeiten wie schon in vorherigen Feldversuchen – von mehr als 10 GBit/s auf herkömmlichen Kupferkabeln ist die Rede. Die Distanz betrug 30 Meter, die Test-Ausrüstung stammt von Nokia Bell Labs, dem Forschungszweig von Nokia.

1 GBit/s symmetrisch

Auch die Deutsche Telekom hat schon Erfahrungen mit XG-Fast gesammelt oder etwa die British Telecom und der australische Betreiber nbn. Interessant ist der Feldversuch bei A1 dennoch, weil Nokia mit dem österreichischen Partner belegt, dass das Unternehmen weiter an der Technik festhält. Marcus Grausam, Technikvorstand bei A1, rechnet damit, dass XG-Fast ab 2020 im Produktivbetrieb eingesetzt werden kann. Dabei wird XG-Fast nur eine von mehreren Techniken, die Gigabit-Internet zum Teilnehmer bringen – Fiber-to-the-most-economic-Point, Glasfaser zum ökonomisch sinnvollsten Punkt, nennt Grausam den Ansatz.

Demnach sehen Netzbetreiber diesen Punkt nur bei Neubauten direkt in der Wohnung. In Städten endet die Glasfaser aus Kostengründen am oder im Gebäude (Fiber-to-the-Building), den Rest der Strecke überbrücken Netzbetreiber über Kupferleitungen unter Einsatz von G.fast oder XG-Fast. Über eine Distanz von 70 Metern liefert XG-Fast zwar deutlich weniger, aber immerhin ist dabei 1 GBit/s symmetrisch möglich. Auf dem Land soll die Glasfaser nur noch bis zu Siedlungspunkten reichen und ab da will man Teilnehmer per Mobilfunk anbinden, etwa mittels stationärem LTE oder 5G. (dz)

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