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Zorneding: Gemeinde erreicht nicht genügend Kunden für Glasfaserausbau

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Gerfried Steube an Januar 29, 2017 - 4:45 pm in Internet

Die Gemeinde Zorneding im oberbayerischen Landkreis Ebersberg bei München will überall Glasfaser bis ins Haus. Doch die fast 10.000 Einwohner bestellen nicht genügend Zugänge, um die Quote von 40 Prozent zu erreichen, ab der die Deutsche Glasfaser ausbaut. Laut der Website des Unternehmens liegt der aktuelle Stand der Nachfragebündelung bei 17 Prozent, der Stichtag ist der 13. Februar 2017.

Im August 2016 fand die Vertragsunterzeichnung der Gemeinde mit der Deutschen Glasfaser statt. Das gesamte Ortsgebiet sollte mit Glasfaser ausgebaut werden. Ein Anwohner berichtet, dass nur sehr wenige Bürger einen VDSL-Internet-Anschluss der Telekom bekämen. „Obwohl beispielsweise ich selbst nur 450 Meter von der zentralen Vermittlungsstelle der Telekom entfernt lebe, bietet mir die Telekom derzeit lediglich einen schnöden 16-MBit/s-Anschluss, der mir aktuell 13,5 MBit/s im Download und 2,5 MBit/s im Upload zur Verfügung stellt. Und in den Ortsteilen Ingelsberg, Pöring und Wolfesing müssen viele Bürger mit 6 MBit/s oder noch viel weniger leben.“

„Die Bestellung eines Glasfaseranschlusses mit Übergabepunkt bis ins eigene Haus und der Glasfaseranschluss selbst sind während der Markterkundungsphase für die Haushalte kostenlos“, gab die Gemeinde bekannt. Laut der Deutschen Glasfaser soll der Ausbau bis Ende des Jahres 2017 weitestgehend abgeschlossen sein.

„Die Telekom verlegt ihre Leitungen in einer Tiefe von 80 Zentimetern“, sagte der Ingenieur Josef Ledermann aus Freising dem Münchner Merkur, der die Markterkundung vieler Gemeinden im Landkreis Ebersberg begleitet hat. Die Deutsche Glasfaser hingegen arbeitet mit einer „mindertiefen, offenen Verlegungstechnologie“ von 20 Zentimetern Breite und 40 Zentimetern Tiefe. Dies soll ausreichen, um Frostschäden vorzubeugen.

Was kostet die Deutsche Glasfaser?

Die Deutsche Glasfaser bietet Internet mit einer ungedrosselten Flatrate mit bis zu 100 MBit/s im Up- und Downstream für monatlich 34,95 Euro, bei 24-monatiger Vertragsbindung. Wer nicht kündigt, dessen Vertrag wird danach um zwölf Monate verlängert, und kostet dann 47 Euro im Monat. Damit ist der Anschluss aber monatlich kündbar. Dazu kommt eine Bereitstellungsgebühr von einmalig 50 Euro.

In dem Paket ist nur die kostenlose Telefonie innerhalb des Deutsche-Glasfaser-Ortsnetzes enthalten. Eine echte Festnetz-Telefonie-Flatrate kostet 5 Euro zusätzlich pro Monat.

Die Option Bandbreiten-Upgrade 200 für eine Datenübertragungsrate von bis zu 200 MBit/s im Up- und Downstream kostet im Monat 10 Euro zusätzlich.

Wenn die 40-prozentige Quote für die Anschlüsse nicht erreicht wird, werde das Verfahren für das staatliche Förderprogramm für den Breitbandausbau wieder aufgenommen. Das Förderverfahren beinhalte einen Eigenanteil der Gemeinde an den Ausbauarbeiten, der sich grob geschätzt auf rund 600.000 bis 800.000 Euro belaufen könnte. Jeder Haushalt, der sich dann anschließen lässt, müsse zudem höchstwahrscheinlich eine Anschlussgebühr von 700 bis 750 Euro entrichten, berichtet die Gemeinde. Möglich ist dann auch, dass nicht die gesamte Gemeinde ausgebaut wird, sondern nur bestimmte Gebiete, weil im Verfahren dann auch Teilausbauangebote zulässig sind.

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