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Windows 10 S: Nur Apps, aber kein Linux

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Gerfried Steube on May 21, 2017 - 9:24 pm in Software-Entwicklung

Die Spezialausgabe für Schüler und Studenten, Windows 10 S, soll die Installation von Apps nur aus dem Microsoft Store erlauben. Das gilt allerdings nicht für alle Apps: Die für den Store versprochenen Linux-Distributionen bleiben ausgenommen.

Windows 10 S, das im Sommer auf den Markt kommen soll, will deutlich besser administrierbar und durch die Beschränkung auf den Store als Quelle für Software auch deutlich sicherer sein – so jedenfalls beschreibt Microsoft diese Lizenzvariante. In einem Blog-Post erklärte Rich Turner von Microsoft vor einigen Tagen aber, dass das nicht für jede App aus dem Windows Store gelte. Wie er weiter ausführt, wird es Apps geben, die nicht unter Windows 10 S laufen dürfen – das soll unter anderem Apps betreffen, die über eine Kommandozeile weitgehenden Systemzugriff eröffnen.

Diese Einschränkung begründet Turner damit, dass solche Apps dem primären Ziel widersprächen: Windows 10 S richte sich an ein nicht technikaffines Publikum. Es brauche anders als Entwickler keinen Zugriff auf auf die Windows-Innereien wie Dateisystem, Registry, Debugger oder Hardware. Deswegen seien in Windows 10 S auch andere Kommandozeilenzugänge wie Cmd und Powershell oder eben Instanzen des Windows Subsystems für Linux nicht zugänglich.

Turner bezeichnet die Linux-Distributions-Pakete im Store als Exoten: Sobald sie installiert seien, laufen sie außerhalb der App-üblichen Sandbox und sonstigen Sicherheitsinfrastruktur. Die Pakete hätten damit dieselben Zugriffsrechte wie der Benutzer und damit würden sie sich für den Betrieb unter Windows 10 S aus Microsofts Sicht disqualifizieren. Wen das störe, der könne ja die Windows 10-S-Lizenz in Windows 10 Pro verwandeln, dann fällt die beschriebene Einschränkung.

Was Linux unter Windows kann

Am Windows Subsystem für Linux (WSL) hat sich im Creators Update einiges getan. Es ist weiterhin ein optionales, als Beta markiertes Windows-Feature das man von Hand aktivieren muss. Es läuft nur, wenn Windows 10 im Entwicklermodus arbeitet und die Installation von nicht geprüften Apps am Store vorbei erlaubt. Das Home-Verzeichnis des Linux-Nutzers hält Microsoft separat vom Windows-Benutzerprofil. Jeder Windows-Nutzer erhält eine separate Kopie der Linux-Umgebung. Auswahl von Windows-Features
Das Windows Subsystem für Linux bleibt auch im Creators Update als Beta. Die Installation ist eine Mischung aus lokalen Einstellungen und Store-Download. Vergrößern

Im Creators Update Microsoft Ubuntu 16.04 LTS eingebaut (vorher war es 14.04 LTS). Im Herbst sollen weitere Distributionen folgen. Für ein Update einer bereits bestehenden WSL-Umgebung empfiehlt Microsoft einen Neuanfang durch Sichern der Dateien und Neuinstallation der Umgebung. Viele Details der WSL-Umgebung sind jetzt kompatibler: Für Kompatibilitätstest bemüht Microsoft die Unit-Tests diverser Open-Source-Projekte und findet so Kompatibilitätsprobleme im WSL.

Mit den Verbesserungen steigt die praktische Nutzbarkeit schon erheblich. Es lassen sich jetzt auch Befehlsketten bauen, die per Pipe Unix- und Windows-Welten mischen, etwa dir /w | bash -c "grep -v <DIR>". Es erscheint nicht mehr alle naselang ein Hinweis auf nicht implementierte Funktionen. Freilich bleiben weiter Wünsche offen, aber noch ist die Komponente, die sich exklusiv in den Client-Versionen von Windows findet, ja auch nicht fertig. Für den Verzicht auf Cygwin und die Nutzung von Werkzeugen wie Git auf der Kommandozeile ist sie inzwischen gut genug. (ps)

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