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Wikileaks: Schweden stellt Ermittlungen gegen Assange ein

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Gerfried Steube on May 19, 2017 - 2:48 pm in Internet

Die schwedische Oberstaatsanwältin Marianne Ny hat bekanntgegeben, dass die Vergewaltigungsermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange eingestellt worden seien. Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit zwischen Assange und den Behörden, vor einigen Monaten hatten schwedische Ermittler Assange dann zu den Vorwürfen in der Botschaft von Ecuador befragt.

Marianne Ny sagte auf der Pressekonferenz, man habe die Ermittlungen eingestellt, weil unklar sei, wie das weitere Verfahren ablaufen sollte. Es ginge bei der Einstellung um die Beweiskraft der bisherigen Ermittlungen. Die Ermittlungen könnten wieder aufgenommen werden, wenn Assange Schweden bis zum Jahr 2020 betrete. Druck von US-Seite habe es nicht gegeben, sagte Ny auf Nachfrage von Journalisten.

Assange hatte sich im Jahr 2012 in die Botschaft Ecuadors begeben und dort Asyl beantragt. Er fürchtete nach eigenen Angaben nach einer Auslieferung nach Schweden eine Überstellung in die USA, wo eine Grand Jury gegen Assange wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen ermitteln soll.

Der Haftbefehl gegen Assange soll aufgehoben werden. Die Metropolitan Police von London kündigte allerdings an, Assange wegen eines Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu verhaften, sollte er die Botschaft verlassen. Assange hatte sich der Auslieferung nach Schweden durch Flucht in die Botschaft entzogen.

Assange wird von zwei Frauen Vergewaltigung und sexuelle Nötigung bei einem Besuch in Schweden vorgeworfen. Assange selbst bestreitet die Anschuldigungen.

Nachtrag vom 19. Mai 2017, 12:52 Uhr

Wir haben die Meldung mit den Informationen von der Pressekonferenz ergänzt und entsprechend überarbeitet.

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