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Visual Studio 2017 ist verfügbar

Gerfried Steube on March 8, 2017 - 6:30 am in Software-Entwicklung

Mit viel Tamtam hat Microsoft ein neues Release seiner Entwicklungsumgebung vorgestellt. Zusammen mit Visual Studio 2017 sind außerdem die .NET-Core-Werkzeuge erstmals in einer endgültigen Version erschienen.

Microsoft hat die fertige Version von Visual Studio 2017 veröffentlicht. Anders als in der Vergangenheit stellte das Redmonder Unternehmen den Download nicht erst während der Keynote der live im Stream übertragenen Launch-Veranstaltung, sondern schon einige Stunden vorher ins Netz. Vorhandene Installationen der Release-Candidate-Versionen lassen sich im Menüpunkt Tools | Extensions and Updates | Updates aktualisieren. Nach Abschluss der Installation ist ein Rechnerneustart erforderlich.

Microsoft hatte zwischen dem 16. November 2016 und dem 7. Februar 2017 insgesamt sechs Builds von Visual Studio 2017 als “Release Candidates” veröffentlicht. Benutzer erkennen die endgültige Version an der internen Versionsnummer v15.0.26228.4.

“Arbeitsauslastungen”

Neue Funktionen gibt es in der RTM-Version (Release To Manufacture) gegenüber den RC-Versionen nicht. Die verschiedenen Keynote-Sprecher des Launch-Events hoben das modulare Setup, das verzögerte Laden von Projekten in großen Projektmappen, Live Unit Testing, IntelliSense-Filter und die Konfiguration von Code Styles hervor. Alle diese Funktionen hat heise Developer bereits im Dezember ausführlich vorgestellt.

Gewöhnungsbedürftig bleiben auch in der RTM-Version die deutschen Übersetzungen. So übersetzt Microsoft die “Workloads” des modularen Setups mit “Arbeitsauslastungen”. Hier ein Ausschnitt der 16 Workloads, die Visual Studio 2017 in der Enterprise-Variante anbietet.

Die Workloads heißen in der deutschen Version "Arbeitsauslastungen"
Die Workloads heißen in der deutschen Version “Arbeitsauslastungen” Vergrößern

Varianten wie bisher

Wie bei Visual Studio 2015 gibt es auch in der 2017er-Version die kommerziellen Varianten Professional und Enterprise sowie die für Open-Source-Entwickler und kleinere Firma kostenfreie Community-Variante, die aber gegenüber der Professional-Variante leichte Abstriche enthält (z. B. CodeLens ist in der Community Edition nicht verfügbar). Welche Funktionen in welcher Variante enthalten sind, zeigt ein Vergleich auf Microsofts Website. So sind viele Testwerkzeuge und die -Werkzeuge “ReadyRoll Core” und “SQL Prompt Core” nur in der Enterprise-Variante enthalten.

Siehe dazu auf heise Developer:

  • 20 Jahre Visual Studio: Werkzeuge kamen und gingen – Vielfalt heute größer denn je
  • Microsoft spart Entwicklerzeit in Visual Studio 2017

Microsoft hat bereits pünktlich zum Erscheinungstermin von Visual Studio 2017 auch seine großen Erweiterungspakete Power Productivity Tools und Web Essentials aktualisiert. Anders als bisher gibt es die zahlreichen einzelnen Erweiterungen beider Pakete auch als eigenständige Einzelinstallation für Entwickler, die nur einzelne Zusatzfunktionen wünschen.

Auch für den Team Foundation Server (TFS) gibt es ein Update 1 zu der am 16. November 2016 erschienenen 2017er-Version. Hier findet man zahlreiche kleine Überarbeitungen der Web-Benutzeroberfläche und im Build-System.

.NET-Core-Werkzeuge endlich fertig

Zusammen mit Visual Studio 2017 haben nun auch die Werkzeuge für .NET Core, ASP.NET und Entity Framework Core den Status 1.0 RTM erreicht. Im Juni 2016 waren zwar die Versionen 1.0 der Core-Frameworks erschienen, aber die zugehörigen Werkzeuge weiterhin im Preview-Status. Die fertigen Core-Werkzeuge gibt es aber zumindest bisher nur in Visual Studio 2017 und für die Kommandozeile; Entwickler, die noch Visual Studio 2015 einsetzen, bekommen bisher kein Update.

Die Versionszählung 1.0 für die Core-Werkzeuge darf nicht verwechselt werden mit der Versionszählung der Frameworks. Diese haben am 6. März 2017 den Versionsstatus 1.1.1 erreicht und enthalten einige Fehlerbehebungen gegenüber der Version 1.1 vom 16. November 2016.

Bei der Versionszählung stiftet Microsoft aber nun noch mehr Verwirrung als bisher. Mit Visual Studio 2017 RTM installiert die Version 1.0.0 des SDK vom 25. Februar 2017 unter C:Program Filesdotnetsdk1.0.0 sowie die Version 1.1.1 von .NET Core unter C:Program FilesdotnetsharedMicrosoft.NETCore.App1.1.1. Wer das Software Development Kit (SDK) 1.0 herunterlädt, erhält eine Datei mit Namen dotnet-1.1.1-sdk-win-x64.exe, die sich dann im Startbildschirm mit “.NET Core SDK 1.0.1” meldet.

Die Versionsnummer bei der Installation von .NET Core SDK 1.0 (dotnet-1.1.1-sdk-win-x64.exe) ist verwirrend.
Die Versionsnummer bei der Installation von .NET Core SDK 1.0 (dotnet-1.1.1-sdk-win-x64.exe) ist verwirrend. Vergrößern

Auf der Festplatte findet man im Verzeichnis C:Program Filesdotnetsdk1.0.1 die Version 1.0.1 vom 27. Februar 2017. Das Werkzeuge dotnet.exe meldet sich dann aber mit “Microsoft .NET Core Shared Framework Host Version 1.1.0”. ASP.NET Core 1.1.1 und Entity Framework Core 1.1.1 gibt es bei NuGet.

Microsoft hat wie angekündigt das Projektformat von project.json- und .xproj-Dateien wieder auf XML-basierte .csproj-Dateien umgestellt. Dort sind nun auch die Referenzen zu NuGet-Paketen enthalten. Visual Studio 2017 konvertiert beim Öffnen bestehender xproj-Dateien die project.json in das neue .csproj-Format. Alternativ ist die Konvertierung per Kommandozeile möglich. Diese Konvertierung kann nicht rückgängig gemacht werden, das heißt, das .NET Core-/ASP.NET-Core-Projekt lässt sich danach nicht mehr mit Visual Studio 2015 bearbeiten.

Die Konvertierung von .xproj/project.json nach .csproj ist eine Einbahnstraße.
Die Konvertierung von .xproj/project.json nach .csproj ist eine Einbahnstraße. Vergrößern

Zu beachten ist, dass aber einige Visual-Studio-Funktionen wie Live Unit Testing nicht für .NET Core verfügbar sind (vgl. Release Notes).

(ane)

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