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Virenscanner: Kaspersky legt Kartellbeschwerde gegen Microsoft ein

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Moritz Rosenfeld on June 7, 2017 - 10:19 am in Security

Die Sicherheitsfirma Kaspersky hat nach eigenen Angaben Kartellbeschwerde gegen Microsoft eingelegt, weil das Unternehmen den freien Wettbewerb im Bereich von Virenscannern behindere. Die Beschwerden wurden sowohl beim Deutschen Bundeskartellamt als auch bei der EU-Kommission eingereicht.

Das Bundeskartellamt bestätigte den Eingang der Beschwerde auf Anfrage von Golem.de. Das Schriftstück soll zunächst geprüft werden, zum weiteren Zeitplan gibt es noch keine detaillierten Informationen.

Kaspersky stört sich unter anderem daran, dass Microsoft den Virenscanner Windows Defender fest in das Betriebssystem integriert habe und Nutzer mit zahlreichen Schritten davon abhalten wolle, alternative Produkte zu verwenden. Firmengründer Eugene Kaspersky schreibt in einem Blogbeitrag, Microsoft wolle Nutzer mit “fragwürdigen Methoden” zur Verwendung seiner “minderwertigen” Lösung drängen.

Antivirensoftware nach Update verschwunden

Kaspersky beklagt unter anderem, dass funktionierende Installationen der eigenen Software von Microsoft im Zuge eines Windows-Updates entfernt würden, weil diese angeblich nicht kompatibel seien. Microsoft würde zwar Fristen setzen, damit Hersteller kompatible Produkte entwickeln könnten, diese seien aber zu kurz.

Microsoft geht nach Angaben von The Verge davon aus, nicht gegen bestehendes Recht zu verstoßen. Ein Sprecher sagte: “Microsofts erste Priorität ist es, die eigenen Kunden zu schützen” Man werde alle Fragen der Behörden beantworten.

Über den Sinn und Unsinn von Antivirensoftware wird in der Sicherheitscommunity seit langer Zeit eine kontroverse Debatte geführt. Immer wieder werden zum Teil gravierende Sicherheitslücken in den Produkten gefunden. Neben Kaspersky war zuletzt auch Microsofts Defender betroffen.

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