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Verschlüsselung: Zitis hat erst acht Mitarbeiter und sucht nach einem Auftrag

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Moritz Rosenfeld on June 17, 2017 - 4:50 am in Security

Die neue Bundesbehörde Zitis soll bis Ende dieses Jahres bereits 120 Mitarbeiter haben, doch bislang arbeiten erst acht Personen in den neuen Büros an der Universität der Bundeswehr in München, wie Die Welt berichtet. Die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (Zitis) soll die Ermittlungen von Polizei- und Justizbehörden in Zukunft durch Forschungsarbeiten unterstützen, insbesondere sollen Wege gefunden werden, die Verschlüsselung von Smartphones und populären Messengern wie Whatsapp zu knacken.

Wie andere Bundesbehörden auch hat Zitis aber offenbar massive Probleme, qualifiziertes IT-Personal zu finden. Offiziell existiert die Entschlüsselungsbehörde seit Anfang Mai, richtig arbeitsfähig dürfte die Behörde mit ihren derzeit acht Mitarbeitern aber noch nicht sein. Eine Sprecherin des für Zitis zuständigen Innenministeriums sagte der Zeitung dazu: “Die Maßnahmen der Personalgewinnung werden fortgesetzt.” Ziel sei es, Zitis so schnell wie möglich arbeitsfähig zu machen. Alle bislang bei Zitis beschäftigen Mitarbeiter wurden von anderen Behörden rekrutiert.

Ermittlungsbehörden kritisieren seit langem, dass der Einsatz neuartiger Messenger und oft standardmäßig aktivierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Ermittlungen erschwert und den Zugriff auf Nachrichten unmöglich macht. Aktivisten kritisieren diese These, oft auch als Going Dark bezeichnet. Sie argumentieren, dass Behörden niemals zuvor Zugriff auf so viele verschiedene Datenpunkte zur Ermittlung gehabt hätten wie heute.

67 Prozent der untersuchten Kommunikation über Messenger

Der Vize-Präsident des Bundeskriminalamts Peter Henzler sagte zuletzt in einer Anhörung, dass rund 67 Prozent der vom BKA untersuchten Kommunikationsvorgänge über Messenger-Apps wie Facebook, Whatsapp oder Viber laufe. Nachrichten bei Whatsapp sind ohnehin Ende-zu-Ende-verschlüsselt und können daher nur in einigen Fällen von beschlagnahmten Smartphones ausgelesen werden. Für Dienste wie den Facebook-Messenger existiert bislang darüber hinaus keine genormte Schnittstelle zur Ausleitung der Daten im Rahmen einer angeordneten Telekommunikationsüberwachung. Der Zugriff auf solche Daten müsste daher bei Facebook selbst beantragt werden. Solche eher rechtlich gelagerten Probleme könnte aber auch Zitis wohl kaum lösen.

Unklar ist daher, welche Aufgaben Zitis am Ende tatsächlich übernehmen soll. Denn die Stelle soll nicht selbst operativ tätig werden dürfen, sondern nur unterstützende Forschungsarbeiten durchführen. Zitis-Mitarbeiter sollen also auch künftig nicht selbst Smartphones oder Chatverläufe entschlüsseln. Entsprechende Kapazitäten halten aber auch andere Behörden vor, wie das Bundeskriminalamt, das unter anderem eine neue Version des Bundestrojaners selbst entwickelt hat. Der Einsatz des Bundestrojaners wurde zuletzt stark ausgeweitet, künftig soll dieser auch bei weniger schweren Straftaten wie Wohnungseinbrüchen eingesetzt werden dürfen.

Verschiedene Bundesbehörden suchen derzeit händeringend nach qualifiziertem IT-Personal. Durch den hohen Personalbedarf von Zitis könnte sich der Wettbewerb noch verschärfen. Im Vergleich zur Privatwirtschaft niedrige Gehälter im öffentlichen Dienst und eine oft hierarchische Arbeitsweise lassen die Behörden aber wohl oft als vergleichsweise unattraktive Arbeitgeber erscheinen. Einige Behörden versuchen daher, mit einer schnellen Verbeamtung und der Gewährung spezieller Zulagen attraktivere Rahmenbedingungen zu schaffen.

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