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Verbraucherschützer wollen Garantie für Sicherheitsupdates bei Digitalprodukten

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Heinrich Voigts an März 28, 2017 - 3:42 pm in Internet

Verbraucherschutzverbände haben zum „G20 Consumer Summit“ einen Forderungskatalog und eine Studie vorgelegt, wonach 72 Prozent der Bürger in sechs Staaten die Datensammelwut von Firmen beklagen.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat am Dienstag eine internationale Studie zu den Befindlichkeiten von Konsumenten in der digitalen Welt veröffentlicht. 72 Prozent der in sechs G20-Ländern Befragten sind demnach besorgt darüber, dass Unternehmen zu viele persönliche Daten online sammeln und damit gegebenenfalls Schindluder treiben. In Deutschland liegt der Durchschnittswert bei 68 Prozent, am meisten Angst vor Datenmissbrauch durch Private haben die Chinesen mit 75 Prozent. Frankreich, die USA und Südafrika kommen auf 73 Prozent, in Argentinien sind es 69 Prozent.

Digitale Rechte und Sicherheit

Die repräsentative Untersuchung in den genannten Staaten ließ der vzbz im Dezember vom Forschungsinstitut ConPolicy durchführen, das dafür insgesamt 6607 Personen online befragte. Die Resultate sind ein Kernthema auf dem G20-Verbrauchergipfel, zu dem der Verband zusammen mit der weltweiten Dachvereinigung Consumers International (CI) und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz am Mittwoch nach Berlin geladen hat. Deutschland hat derzeit die Präsidentschaft der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer inne.

Laut der Studie befürchten 68 Prozent der Teilnehmer, dass ihre Zahlungsinformationen im Netz gestohlen oder missbraucht werden könnten. 59 Prozent der Befragten halten neue digitale Produkt etwa rund um das Smart Home oder fahrerlose Autos potenziell für unsicher. US-Bürger und Deutsche sind hier die größten Bedenkenträger mit 67 beziehungsweise 65 Prozent. Mit 46 Prozent verneint fast die Hälfte der Teilnehmer die Frage, ob sie Vertrauen in den Schutz ihrer digitalen Rechte durch ihre Regierungen haben.

Zuverlässigkeit der Internetverbindung

Andererseits gaben 66 Prozent an, sich als Verbraucher in der digitalen Welt grundsätzlich wohl zu fühlen. 39 Prozent erklärten sich zufrieden mit den Kosten, 49 Prozent mit den Kosten und der Zuverlässigkeit ihrer Internetverbindung. Auf die höchsten Werte kommen hier die Deutschen mit 53 beziehungsweise 60 Prozent. 55 Prozent sehen ausreichend Möglichkeiten, bei Problemen mit dem Netzanschluss oder einzelnen Diensten wie Streaming auf alternative Provider zugreifen zu können.

CI und der vzbv haben anhand der Ergebnisse und weiterer eigener Analysen zehn Bereiche identifiziert, in denen Regierungen und Firmen dringend mehr für digitale Verbraucherrechte tun müssten. Laut dem Forderungskatalog sollte „jeder über eine schnelle und bezahlbare Internetverbindung verfügen können“. Dafür seien weitere „konzertierte und koordinierte Anstrengungen“ seitens der Politik, der Regulierer und der Wirtschaft erforderlich.

Verlässliche Rahmenbedingungen

„Alle Unternehmen sollten den Verbrauchern klare und zugängliche Informationen über digitale Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung stellen“, heißt es in den Empfehlungen weiter. Es müssten „internationale Standards“ gelten, nach denen Firmen „für einen angemessenen Zeitraum auch nach dem Verkauf wichtige Sicherheitsupdates für digitale Produkte zur Verfügung stellen“. Die Verbände drängen zudem unter anderem darauf, Datenschutz direkt in die Technik nach dem Prinzip „Privacy by Design“ einzubauen und Geschäftsbedingungen transparenter zu gestalten.

„Es sind die Verbraucher, die das Wachstum der digitalen Wirtschaft vorantreiben“, konstatierte Amanda Long aus dem Vorstand von Consumers International. Dieser Prozess könnte ins Stocken geraten, wenn die Nutzer „kein Vertrauen in die angebotenen Produkte und Dienstleistungen haben“. Die G20-Länder seien gefordert, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. (kbe)

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