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Ubuntu 17.04 erschienen: Das vielleicht letzte Mal Unity

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Gerfried Steube an April 14, 2017 - 4:04 am in OSS

Trotz jahrelanger Bemühungen und vermutlich sehr großer finanzieller Zuwendungen durch Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth konnte sich die konvergente Desktop-Oberfläche Unity 8 nie durchsetzen. Darunter hat auch die Entwicklung des stabilen Desktops Unity 7 gelitten, wohl vor allem deshalb wird das eigene Desktop-Projekt von Ubuntu beendet. Mit dem nun verfügbaren Ubuntu 17.04 alias Zesty Zapus lässt sich möglicherweise ein letzter Blick auf die Bemühungen des Unity-Desktops werfen.

Noch in der Vorversion 16.10, die im vergangenen Oktober erschien, war die Desktop-Oberfläche von Unity 8 gemeinsam mit dem von Canonical entwickelten Display-Server Mir erstmals überhaupt offiziell Teil von Ubuntu. Zuvor wurde Unity 8 nur auf Smartphones mit Ubuntu eingesetzt und auch mit Ubuntu 16.10 hatte die Oberfläche noch einige offensichtliche Probleme.

Ungewisse Zukunft für Unity 8

Ebenfalls noch im vergangenen Herbst bekräftigte Ubuntu-Sponsor Canonical seine Pläne für einen konvergenten Desktop, was mittlerweile aber völlig überholt ist. Was das für die Arbeiten an Unity bedeutet, ist derzeit schwer abzusehen. Klar ist wohl nur, dass Canonical selbst künftig keine Ressourcen mehr in Unity 8 investieren und Mir wohl nur noch für einige IoT-Kunden gepflegt wird.

Mit Yunit gibt es aber inzwischen einen Community-Fork von Unity 8, der die Weiterentwicklung des konvergenten Desktop vorantreiben will. Dies geschieht vermutlich künftig zusammen mit UBports, dem Community-Projekt, das das System der Ubuntu-Smartphones auf andere Geräte portiert. Zudem gibt es von dem Mir-Entwickler Alan Griffiths einige Pläne, unter welchen Umständen Mir auch künftig weiter genutzt werden könnte.

Griffiths schreibt aber auch explizit, was geschehen muss, um auf Mir verzichten und stattdessen auf die von einer breiten Community getragenen Alternative Wayland setzen zu können. Bei beiden Projekten, Unity 8 und Mir, ist noch nicht abzusehen, ob oder wie diese sich langfristig als reine Community-Projekte erhalten können.

Langsamer Abschied von Unity 7

Standarddesktop von Ubuntu 17.04 ist weiterhin Unity 7, das nun größtenteils auf dem erst vor wenigen Wochen veröffentlichten Gnome 3.24 basiert – bis auf einige wenige Anwendungen, die ältere Versionen nutzen. Darüber hinausgehende große Neuerungen an Unity 7 bleiben mit der aktuellen Ubuntu-Version jedoch auch, was den Anschein der extrem langsamen und eventuell auch vernachlässigten Entwicklung der vergangenen Jahre erneut bestätigt.

Auch wie es mit Unity 7 weitergehen wird, ist derzeit noch nicht klar. Zwar will Canonical die Arbeiten auch daran langfristig einstellen, der Desktop selbst erhält wohl aber noch Support im Rahmen der Langzeitpflege von Ubuntu 16.04 – Letzteres immerhin bis zum Jahr 2021. Neue Funktionen für Unity 7 wird es wohl aber nicht mehr geben. Und anders als bei dem konvergenten Unity 8 ist es zumindest aus derzeitiger Sicht eher unwahrscheinlich, dass Unity 7 von der Community geforkt werden wird.

Unbekannt ist zurzeit auch noch, wann und wie Canonical den geplanten Wechsel hin zu Gnome als Standarddesktop vollziehen wird. Das Unternehmen hat angekündigt, mit Ubuntu 18.04 den Gnome-Desktop nutzen zu wollen. Um mehr Zeit für Tests zu haben und um bereits vor der Veröffentlichung der neuen Version mit Langzeitpflege in einem Jahr den Desktop einer breiten Masse von Nutzern zur Verfügung zu stellen, könnte es sein, dass schon die kommende Version Ubuntu 17.10, die im Oktober erscheinen soll, mit Gnome als Standard ausgeliefert wird.

Für Nutzer, die sich an die Optik und Bedienung von Unity gewöhnt und den Desktop gern verwendet haben, bleibt als Trost, dass auch die Gnome-Shell mit einigen Erweiterungen wohl zumindest annähernd so gestaltet werden kann wie Unity 7. Ähnliches gilt auch für den Plasma-Desktop von KDE.

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