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Terroranschlag in Berlin: Automatisches Bremssystem soll Lkw gestoppt haben

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Gerfried Steube an Dezember 29, 2016 - 8:30 pm in Internet

Das automatische Eingreifen eines Notbremssystems hat offenbar die tödliche Fahrt eines Attentäters über einen Berliner Weihnachtsmarkt vorzeitig beendet. Die Sonderkommission „City“ habe ermittelt, dass der Sattelschlepper nur wegen dieses Systems nach rund 80 Metern zum Stehen gekommen sei, berichteten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Aus Regierungskreisen heiße es dazu: „Diese Technik hat Leben gerettet.“

Zunächst war spekuliert worden, der polnische Fahrer des Lkw habe in letzter Sekunde in das Steuer des Lkw gegriffen und so noch mehr Tote verhindert. Doch die Obduktion hatte ergeben, dass er schon Stunden vor der Fahrt getötet worden war. Bei dem Anschlag am 19. Dezember 2016 waren zwölf Menschen getötet worden. Der mutmaßliche Attentäter Anis Amri starb am 23. Dezember 2016 nach einem Schusswechsel mit der Polizei in Mailand.

System soll Auffahrunfälle verhindern

Der Lkw-Hersteller Scania bietet für seine Zugmaschinen ein sogenanntes Advanced Emergency Braking-System (AEB) an. Dieses dient eigentlich dazu, Auffahrunfälle zu verhindern. Die Kollision eines Lkw mit einem Hindernis kann durch AEB aber nicht verhindert werden, wenn der Lkw nicht direkt darauf zufährt, sondern unvermutet von der Straße auf das Hindernis lenkt. Zudem hat der Fahrer die Möglichkeit, das Notbremssystem zu deaktivieren.

Das war bei dem Anschlag offenbar nicht der Fall. Daher könnte der Lkw selbst den Bremsvorgang gestartet haben, nachdem der Attentäter auf den Weihnachtsmarkt eingeschert war. Nach Angaben von Scania verfügt das System über ein Radar sowie eine Kamera und kann sowohl bewegliche als auch stehende Hindernisse erkennen.

Für neue Lkw sind Notbremssysteme seit 1. November 2015 Pflicht. Das Bundesverkehrsministerium prüft Medienberichten zufolge, ob ältere Lkw nachgerüstet werden könnten. Niedersachsen drängt per Bundesratsinitiative auf eine EU-weite Nachrüstung solcher Assistenten. Zudem sollen die Abstandswarner nicht mehr dauerhaft abgeschaltet werden dürfen.

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