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Swift Playgrounds im Test: Apple infiziert Kinder mit Programmiertalent

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Heinrich Voigts an März 1, 2017 - 12:48 pm in Internet

Seitdem das erste iPad erschienen ist, hat Apple es auch stets als Lernwerkzeug für Schüler propagiert. Interaktive Lerninhalte hat das Unternehmen bislang aber nicht bereitgestellt. Google und Microsoft kümmern sich hingegen über verschiedene Projekte mit mal mehr, mal weniger spielerischen Konzepten schon länger um den potenziellen Programmiernachwuchs. Mit der App Swift Playgrounds will Apple zur Konkurrenz aufschließen. Wir haben ausprobiert, ob wir damit spielerisch Programmieren lernen können.

Die App ist kostenlos, läuft aber nur auf iPads mit iOS 10. Wir installieren sie über iTunes auf einem iPad Pro. Der Download von knapp 270 MByte dauert einen Moment. Wir starten die App, und uns werden zwei Kurse sowie vier Herausforderungen angeboten. Wir starten den Einführungskurs – und müssen warten, denn der Kurs wird erst heruntergeladen. Das erstaunt uns in Anbetracht der App-Größe. Derzeit gibt es die App und die Kurse nur auf Englisch.

  • So begrüßt Swift Playgrounds den Nutzer. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Alternativ kann auch ein bereits erstelltes Projekt aufgerufen werden. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Links der Editor mit den Aufgaben, rechts das Spielfeld (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Innerhalb eines Kurses kann eine Lektion frei gewählt werden. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Bei der Editoreingabe steht am Bildschirmrand eine Auto-Vervollständigung zur Verfügung, ... (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • ... die eigentlich Teil der virtuellen Tastatur ist. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Integer-Parameter können per Extra-Dialog eingegeben werden. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Konstrukte können per Auswahlmenü eingefügt werden. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Tief versteckt sind auch die Quellcodes der Programme zu finden. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Breakout-Implementierung in Playgrounds (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Das Erstellen von Diagrammen ist gleichfalls möglich. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)

So begrüßt Swift Playgrounds den Nutzer. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)

Jetzt können wir den Kurs öffnen und werden mit einer Slideshow begrüßt. Die acht animierten Folien stimmen uns auf das erste Kapitel des Kurses ein. Wir werden einem Avatar namens Byte vorgestellt, den wir mit zwei ebenfalls vorgestellten Funktionen durch einen Parkour steuern können. Schließlich dürfen wir auf „Start Coding“ tippen und loslegen.

Der Kurs ist sinnvoll strukturiert

Dieses Prinzip wird auch in den weiteren Kapiteln fortgesetzt. Jedes Kapitel lehrt ein Programmier- oder Sprachenkonstrukt wie die „for“-Schleife oder „if“-Bedingungen. Am Anfang des Kapitels steht eine lebensnahe Einführung, gefolgt von verschiedenen Lektionen, in denen das behandelte Thema vertieft und geübt wird.

Mit dem Beginn einer Lektion wechselt die Ansicht. Links oben befindet sich ein Text. Er erläutert die Aufgabenstellung und das Lernziel. Darunter befindet sich ein Texteditor, rechts sehen wir die Figur Byte auf einer schwebenden Insel. Das spielerische Ziel jeder Lektion ist vor allem am Anfang stets gleich: Per Programmcode steuern wir Byte auf seiner Insel, dabei müssen eine vorgegebene Anzahl Kristalle aufgesammelt und Schalter umgelegt werden. Das Terrain, der abzulaufende Weg und die Größe der schwebenden Insel variieren dabei meist mit jeder Lektion.

Praktisch handelt es sich um eine Art Jump-’n‘-Run-/Adventure-/Rätsel-Spiel, mit dem Unterschied, dass an die Stelle eines Joysticks die eingegebenen Programmierbefehle treten. Neu ist die Idee nicht, so können zum Beispiel Lernwillige schon seit längerem nach diesem Konzept die Bedienung von VIM lernen.

3D-Welt dient als Übungsterrain

Nachdem wir unsere ersten Befehle eingegeben haben, tippen wir auf „Run My Code“. Es dauert einen Moment, bis unser Code tatsächlich ausgeführt wird. Dann läuft Byte los. Die 3D-Darstellung ist einfach, aber deutlich höher aufgelöst als das vermutliche Vorbild Minecraft. Im Laufe des Kurses nutzen wir gelegentlich die Möglichkeit, per Fingergeste die Darstellung einfach zu drehen und zu zoomen, um unseren Weg zu planen.

So arbeiten wir uns durch die Lektionen und Kapitel. Können wir zunächst nur den Avatar in einer vorgegebenen Welt bewegen, dürfen wir später auch die Welt selbst verändern. Die Aufgabenstellungen sind dabei durchaus repetitiv – langweilig wird uns aber nicht. Zum einen sind die einzelnen Lektionen zumeist in fünf bis zehn Minuten zu meistern. Zum anderen werden uns aber auch in jeder Lektion neues Wissen oder Details vermittelt.

Dabei geht es nicht nur um die Programmiersprache Swift selbst, stattdessen werden auch das Thema Debugging erklärt und algorithmisches Denken vermittelt. Die Aufgabenstellung betont dabei häufig, wie wichtig es ist, nicht einfach eine Lösung zu finden, sondern dabei möglichst effizienten Code zu schreiben. Statt einen – nicht vorhandenen – Highscore zu knacken, setzt das Lehrkonzept auf den inneren Antrieb und die persönliche Neugier.

Mussten wir in der ersten Lektion noch das ganze Programm eingeben, ändern oder ergänzen wir in späteren Lektionen auch bestehende Programme. Höhere Level sind deshalb auch nicht unbedingt schwerer zu lösen.

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