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Single Sign-on: Daimler und Springer wollen Generalschlüssel fürs Internet

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Moritz Rosenfeld on May 9, 2017 - 1:27 am in Security

Eine Allianz deutscher Unternehmen will die Vormachtstellung von Google und Facebook angreifen, zumindest im Bereich von Logindiensten. Mit einem eigenen Single-Sign-on-System sollen Verbraucher sich nur noch einmal bei einem Partner rechtskräftig identifizieren und dann die Dienste aller Kooperationspartner nutzen können. An der Partnerschaft nehmen der Automobilkonzern Daimler, die Deutsche Bank, der Versicherungskonzern Allianz, der Axel-Springer-Verlag und das Karten-Startup Here teil.

Die Partner wollten einen “Generalschlüssel” fürs Internet anbieten, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die offenbar vorher in die Pläne eingeweiht wurde. Dieser Name wirkt nicht besonders glücklich gewählt, dürfte er bei den meisten technikaffinen Nutzern doch vor allem Erinnerungen an Backdoors in Verschlüsselungsprodukten hervorrufen.

Zu den technischen Details ist bislang nur wenig bekannt, ein Security Whitepaper oder ähnliches konnte das Konsortium auch auf Nachfrage nicht bereitstellen. In der Pressemitteilung sagte der Direktor des Technologiepartners Core: “Höchste Datenschutz- und Sicherheitsstandards kombiniert mit Technologiekompetenz sind zukünftig Voraussetzung für die informationelle Selbstbestimmung der Bürger und Unternehmen.”

Es soll ein mit Facebook und Google konkurrierendes Single-Sign-on-System erstellt werden. Als Beispiel für eine sichere Authentifizierung wird derzeit nur das Video-Ident-Verfahren genannt. Ob alternativ auch der ungeliebte elektronische Personalausweis genutzt werden kann, ist nicht bekannt, die spätere Integration von E-Goverment-Diensten sei aber “denkbar”, teilte ein Sprecher der Deutschen Bank auf Anfrage mit.

Künftig auch Zahlungen über die Plattform

Die Pläne der Partner gehen über den reinen Login-Vorgang hinaus: Künftig soll es auch möglich sein, über die Plattform Zahlungen abzuwickeln. Die Zusammenarbeit der Partner soll im Rahmen einer noch zu gründenden GmbH erfolgen, in der zweiten Jahreshälfte 2018 soll das System dann an den Start gehen. Die Technik hinter dem Portal soll von der Kartenfirma Here und dem eher unbekannten “IT Think Tank” Core entwickelt werden.

Zuletzt hatten deutsche Unternehmen unter Führung von GMX, Web.de, T-Online und Freenet versucht, den Begriff E-Mail Made in Germany als Qualitätssiegel zu implementieren. Die Sicherheit bei einigen Anbietern wie GMX war dabei allerdings über Jahre hinweg lückenhaft.

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