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Shadowbrokers: NSA-Exploits für Windows als Ostergeschenk

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Moritz Rosenfeld on April 15, 2017 - 4:38 pm in Security

Diese Nachricht kurz vor Ostern dürfte einige Windows-Administratoren in Aufregung versetzen: Die Gruppe Shadowbrokers veröffentlicht ein weiteres Mal Daten und Exploits der NSA. Doch während die letzte Veröffentlichung der Shadowbrokers vor allem historischen Wert hatte – die meisten Exploits waren uralt und betrafen längst nicht mehr genutzte Software -, ist diesmal viel aktuelles Material dabei, das Windows-Systeme gefährdet.

Daneben belegen die veröffentlichten Dokumente wohl einen größeren Hack von Bankensystemen durch die NSA. Demnach hat der US-Geheimdienst großflächig die Systeme der Organisation EastNets infiltriert. EastNets betreibt Swift-Services in zahlreichen Ländern des Nahen Ostens. EastNets bestreitet den Hack jedoch auf Twitter.

Mehrere der veröffentlichten Exploits sind geeignet, Windows-Systeme aus der Ferne zu übernehmen. Es handelt sich überwiegend um Sicherheitslücken im SMB-System, dem Netzwerkdateisystem von Windows. Neben mehreren Einzelexploits gibt es auch ein Exploit-Framework namens Fuzzbunch, das von einigen Sicherheitsexperten als vergleichbar mit dem Tool Metasploit beschrieben wird. Die Exploits sind inzwischen in zahlreichen Repositories auf Github abrufbar.

Microsoft: Alle Lücken bereits gefixt

Laut einer Meldung von Microsofts Sicherheitsteam sind alle Sicherheitslücken bereits geschlossen. Allerdings erst seit kurzem: Drei der NSA-Exploits mit den Namen EternalRomance, EternalBlue und EternalSynergy sind erst durch das jüngste Update vom März abgedeckt.

Für Windows-Nutzer heißt das, dass sie – falls nicht schon geschehen – umgehend das März-Sicherheitsupdate von Microsoft installieren sollten. Für Benutzer, die immer noch die nicht mehr unterstützten Systeme Windows XP und Vista einsetzen, dürfte damit endgültig das Surfen im Netz zum Sicherheitsrisiko werden. Für diese Systeme gibt es keine Updates.

Es ist wohl davon auszugehen, dass es in den nächsten Tagen Versuche geben wird, diese Sicherheitslücken großflächig auszunutzen, etwa um Malware zu installieren und Botnetze aufzubauen. Ob Nutzer direkt betroffen sind, hängt jedoch von einigen Dingen ab. So sind viele Windows-Rechner in Heimnetzwerken an Router angeschlossen und nicht direkt über das Internet erreichbar. Auch sind die SMB-Ports nicht immer automatisch offen. Das war nur bei sehr alten Windows-Versionen der Fall.

Woher wusste Microsoft von den Lücken?

Microsoft erklärt in der Meldung nicht, woher der Konzern die Informationen über die Sicherheitslücken hatte. Dass man dort rein zufällig so kurz vor der Veröffentlichung alle betroffenen Sicherheitslücken bereits gefunden hatte, erscheint eher unwahrscheinlich. Denkbar wäre, dass die Shadowbrokers vorab Microsoft über den bevorstehenden Leak informiert haben. Möglich auch, dass die NSA, die bereits von den gestohlenen Daten wusste, Microsoft über die Sicherheitslücken in Kenntnis setze. Auch andere Varianten wären denkbar: Die Shadowbrokers hatten die Sicherheitslücken ursprünglich zum Verkauf angeboten – Microsoft hätte sie natürlich selbst kaufen können.

Der genaue Hergang wirft auch politische Fragen für die NSA auf. Wenn die NSA wusste, dass ihre Exploits gestohlen wurden, wäre es hochgradig unverantwortlich, Microsoft nicht über die entsprechenden Sicherheitslücken zu informieren.

Die Shadowbrokers sind eine anonym agierende Hackergruppe, die bereits mehrfach Daten der NSA veröffentlichte. Die bisherigen Veröffentlichungen waren aber weit weniger spektakulär. Politisch hat die Gruppe mehrfach Unterstützung für US-Präsident Donald Trump signalisiert, zuletzt zeigte sie sich jedoch enttäuscht über den Syrien-Angriff der USA. Es wird vermutet, dass russische Akteure hinter den Shadowbrokers stehen.

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