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Schwesternrivalität: Die IETF macht der ICANN das Recht auf Domainvergabe streitig

Heinrich Voigts on April 7, 2017 - 10:30 am in Internet

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Eigentlich vergibt nur die ICANN Top-Level-Domains und die IETF schafft neue Protokolle, auch für das Domain Name System. Jetzt wankt diese Arbeitsteilung wegen eines schwelenden Streits um die Domain .homenet.

In der Internet Engineering Task Force (IETF) tobt ein Streit über die Domain “.homenet” für Heimnetze. Auf dem IETF-Treffen in der vergangenen Woche in Chicago bestand eine Gruppe Entwickler auf dem Vorrecht der IETF, Top-Level-Domais (TLDs) für neue technische Nutzungen selbst zu vergeben. Die Forderung, “.homenet” auch in die Root-Zone einzutragen, stieß aber auf erheblichen Widerstand. Solche Delegationen vergibt bisher ausschließlich die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) und die lässt sich die Einträge normalerweise teuer bezahlen. Gegner argumentieren, dass die IETF-Vergabe dazu einlädt, das etablierte ICANN-Verfahren zu umgehen.

Auslöser des Streits ist das eigentlich spannende Home Networking Control Protocol (HNCP), das helfen soll, Geräte im Heimnetz automatisch zu konfigurieren. Unter anderem verspricht HNCP eine Automatik zur Namens-Auflösung auf Basis der eigenen Domain. Anstatt bei der Adressierung von Provider-Adressen abhängig zu bleiben, werde HNCP eine unabhängige Adressierung erlauben, erklärte Ted Lemon von Nominum, einer der Autoren des RFC, gegenüber heise online.

Zweiter Anlauf für spezielle Heimnetz-Domain

HNCP hatte eigentlich schon die Domain “.home” bekommen; sie wurde handstreichähnlich mit den ersten Entwürfen des RFC 7788 übernommen. Die IETF-Entwickler hatten sich schlicht nicht darum gekümmert, dass sich zur gleichen Zeit fast ein Dutzend Bewerber für .home bei der ICANN angemeldet und dafür jeder 185.000 US-Dollar gezahlt hatten. Die IETF musste daher zurückrudern und den “.home”-Anspruch im RFC 7788 widerrufen.

Damit kehrte aber noch keine Ruhe ein. Der Streit flammte wegen Lemons adaptiertem Vorschlag wieder auf, gemäß dem nun “.homenet” als Special-Use-Domain von der IETF für HNCP reserviert und auch in der von der ICANN verwalteten Root-Zone eingetragen werden sollte. Lemon sieht es so, dass die IETF sehr wohl eine solche Delegation anstoßen kann: “So verstehe ich das Memorandum of Understanding mit der ICANN”. Das MoU stammt aus dem Jahr 2000 und hält fest, dass “die Zuteilung von Domains für spezielle technische Verwendungen, etwa Domains für die Rückwärtssuche im DNS” nicht dem direkten Aufgabenbereich der ICANN zufällt.

Das halten manche für unpräzise formuliert. Wenn es nach Lemon geht, sollte man die Situation daher im Zuge des Homenet-Eintrags in die Root gleich ein für alle Mal klären. Die noch amtierenden Chefs der IETF und des IAB, Jari Arkko und Andrew Sullivan, warnten demgegenüber in Chicago, dass sich Neuverhandlungen des MoU über Jahre hinziehen könnten. Damit wäre der Homenet-Arbeitsgruppe wenig gedient, meinen sie. So raten manche Entwickler, sich lieber die Domain home.arpa geben zu lassen. Arpas Management liegt beim Internet Architecture Board. (dz)

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