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Sammelklage: Bose Connect soll unerlaubt Musiknutzungsprofile bilden

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Moritz Rosenfeld on April 20, 2017 - 4:55 am in Security

Mehrere Kläger in den USA haben dem Kopfhörerhersteller Bose vorgeworfen, Informationen über von Kunden gestreamte Songs unerlaubt zu speichern und diese Informationen an Analysefirmen weiterzugeben. Dazu habe das Unternehmen die eigene Smartphone-App Bose Connect genutzt, mit der unter anderem die Verwaltung der kabellosen Kopfhörer Quiet Comfort 35 vereinfacht werden soll. Forbes hatte zuerst über die Klage berichtet

Bose, so der Vorwurf, sammele die Titel der übertragenen Audiodateien, also etwa einzelner Songs oder Podcasts. Daraus ließen sich detaillierte Informationen über die individuellen Vorlieben der Nutzer ziehen. Die Klage wurde zunächst von Kyle Zak angestrengt und nutzt das US-Instrument der Sammelklage (Class-Action-Lawsuit). Über konkrete Schadenersatzforderungen gegen Bose ist noch nichts bekannt, die Klage soll einen Streitwert von mehr als fünf Millionen US-Dollar haben. In den USA sind extrem hohe Streitwerte und Entschädigungen nichts Ungewöhnliches.

Kopfhörer lässt sich auch ohne App nutzen

Grundsätzlich ist die App für den Betrieb der Kopfhörer nicht notwendig – Kunden können das Gerät auch ohne die Software per Bluetooth oder Kabel mit dem Smartphone verbinden. Die App ermöglicht dann aber eine genauere Steuerung einzelner Funktionen. Neben den Kopfhörern zur Geräuschminderung sollen auch die Bose-Modelle SoundSport Wireless, Sound Sport Pulse Wireless, QuietControl 30, SoundLink Around-Ear Wireless Headphones II und SoundLink Color II von der vermeintlich illegalen Speicherung betroffen sein.

Die gesammelten Informationen soll Bose, so die Kläger, an verschiedene Unternehmen weitergegeben oder verkauft haben, unter anderem an die Datenanalysefirma Segment.io. Die Klage wurde beim Northern District Court of Illinois in Chicago eingereicht. Die Kläger wollen neben möglichem Schadenersatz auch ein Verbot der weiteren Speicherung der Daten erwirken.

In den USA werden Beschwerden wegen Datenschutzfragen häufiger über Sammelklagen ausgefochten. Der Hersteller des smarten Vibrators We-Vibe hat nach einer solchen Klage einen Vergleich von 3,75 Millionen US-Dollar akzeptiert.

Die für Bose zuständige PR-Agentur wollte auf Anfrage von Golem.de zurzeit keine Stellungnahme abgeben.

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