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Rückzieher: Assange will nun doch nicht in die USA

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Gerfried Steube on January 19, 2017 - 10:04 pm in Internet

Kritiker von Wikileaks-Gründer Julian Assange dürften sich bestätigt sehen: Anders als ursprünglich angekündigt, will sich der 45-Jährige nach der Begnadigung der Whistleblowerin Chelsea Manning nun doch nicht in die USA ausliefern lassen. Sein US-Anwalt Barry Pollack sagte der Zeitung The Hill, die vorzeitige Freilassung sei weit von dem entfernt, was Assange gefordert habe. Er habe verlangt, dass die Wikileaks-Informantin Manning begnadigt und sofort freigelassen werde.

US-Präsident Barack Obama hatte Manning am Dienstag 28 Jahre Haft erlassen und angeordnet, dass die frühere US-Soldatin am 17. Mai dieses Jahres aus einem Militärgefängnis im Bundesstaat Kansas entlassen werde. Am vergangenen Samstag hatte Wikileaks noch getwittert: “Wenn Obama Manning begnadigt, wird Assange der Auslieferung in die USA zustimmen, selbst wenn das Verfahren des US-Justizministeriums verfassungswidrig ist.” Etwa zweieinhalb Stunden, nachdem Obamas Entscheidung bekanntgeworden war, schrieb Wikileaks: “Assanges Anwalt Melinda Taylor zum Assange-Manning-Auslieferungsdeal: ‘Er steht zu allem, was er gesagt hat’.”

Obama hatte am Mittwoch auf seiner letzten Pressekonferenz als US-Präsident gesagt, dass Assanges Ankündigung seine Entscheidung zu Manning nicht beeinflusst habe. Die Whistleblowerin werde entlassen, weil nach einer Haft von sieben Jahren der Gerichtigkeit genüge getan worden sei.

Bislang steht immer noch nicht fest, ob Assange überhaupt in den USA angeklagt wurde. Seine Rechtsberater vermuten aber, dass ein geheimgehaltenes Verfahren eingeleitet wurde, um Assange im Unklaren zu lassen und eine Flucht zu verhindern.

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