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Remacs: eine Emacs-Implementierung mit Rust

Moritz Rosenfeld on January 13, 2017 - 3:15 am in OSS

Die Zahl in Rust geschriebener Projekte nimmt zu. Das jüngste Kind ist mit Remacs eine Neuimplementierung des Emacs, in dem der in C geschriebene Lisp-Interpreter in der jungen Programmiersprache geschrieben ist.

Die Programmiersprache Rust wird zunehmend populärer, und es mehren sich mittlerweile die Beispiele dafür, in denen die Sprache zum Einsatz kommt. Das populärste Beispiel ist Servo, die neue Layout-Engine für den Firefox-Browser. Ein zweites Beispiel, von dem zuletzt häufiger zu lesen war, ist Redox OS, ein in Rust geschriebenes Unix-artiges Betriebssystem mit Microkernel. Das jüngste Projekt ist nun Remacs, eine Neuimplementierung des altehrwürdigen Emacs-Texteditors, in dem der in C geschriebene Lisp-Interpreter nun auf Rust basiert.

Zur Begründung von Remacs heißt es, dass sich neue Möglichkeiten durch das schnell wachsende Ökosystem rund um den Rust-Paketmanager Cargo ergeben würden. Außerdem bestünde so die Gelegenheit, sich von veralteten Compilern und Plattformen verabschieden zu können, die nicht mehr unterstützt werden müssten. Außerdem ließen sich Docstrings und Unit-Tests in Kernfunktionen nutzen, die nicht von elisp, dem Lisp-Dialekt des Emacs, abhängig sind. Remacs selbst basiert auf Emacs 25.2, der nächsten Version des Editors.

Rust war 2012 von Mozilla vorgestellt worden, wurde intern aber schon drei Jahre länger entwickelt, sodass sich mit Fug und Recht behaupten lässt, dass seit rund acht Jahren an der Sprache gearbeitet wird. Die Sprachsyntax ist der von C und C++ ähnlich, semantisch gibt es allerdings größere Unterschiede. Die Sprache ist vor allem für Bereiche wie Browserentwicklung, Spieleentwicklung, Embedded-Systeme und als Endpunkt einer nativen Schnittstelle mit Skriptsprachen vorgesehen.

Siehe dazu auf heise Developer:

  • Rust: Junger C/C++-Herausforderer mit abwechslungsreicher Geschichte
  • Graydon Hoare im Interview zur Programmiersprache Rust

[Update, 12.01, 11:31 Uhr: Eine frühere Version der Nachricht legte nahe, dass Rust zwischenzeitlich in Konkurrenz zu Googles Programmiersprache Go gestanden habe. Äußerungen aus der Rust-Community und seitens ihres initialen Entwicklers legen aber nahe, dass die Konkurrenzsituation nie angedacht war. Bei allen anfänglichen Gemeinsamkeiten haben sich die beiden Sprachen eigenständig weiterentwickelt.] (ane)

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