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ProtonVPN: ProtonMail-Macher starten VPN-Dienst

Moritz Rosenfeld on June 21, 2017 - 4:39 pm in Security

Die Macher von ProtonMail haben mit ProtonVPN einen eigenen VPN-Dienst gestartet. Dieser legt besonderen Wert auf Sicherheit und bietet Spezialfunktionen für erhöhten Datenschutz. Die Nutzung ist kostenlos möglich.

Nach einem Jahr Entwicklung und einer Betaphase von vier Monaten hat ProtonMail seinen VPN-Service ProtonVPN für alle geöffnet. Die Nutzung ist auch kostenlos möglich, dann aber mit beschränkter Datenübertragungsrate. Schneller wird’s bei Bezahlung. Den VPN-Client gibt es für Windows, macOS, Android und Linux. ProtonVPN will mit seinem Dienst besonders Journalisten und Aktivisten schützen. In der Vergangenheit habe man viel von ihnen gelernt. VPN-Dienste ermöglichen es, anonym durchs Netz zu surfen und Internet-Zensur zu umgehen.

ProtonVPN legt besonderen Wert auf Sicherheit: Die Daten verschlüsselt der Dienst mit AES-256 und setzt Perfect Forward Secrecy (PFS) ein, was das Entschlüsseln durch Dritte unmöglich macht – selbst wenn der Langzeitschlüssels kompromittiert werden sollte. Als weitere Sicherheitsmaßnahme kann ProtonVPN die Daten über diverse Server leiten, die sich in Ländern mit besonders strengen Datenschutzgesetzen befinden (etwa in Island). Die Server stünden laut ProtonVPN in “abgehärteten Rechenzentren”. Die Umleitung über diese “Secure Core”-Architektur soll verhindern, dass Dritte die IP-Adresse des VPN-Nutzers erfahren, wenn etwa der VPN-Endpoint-Server kompromittiert ist. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es aber nie, schränkt ProtonVPN warnend ein.

Besonderheiten von ProtonVPN

Im Vergleich zu anderen VPN-Diensten bietet ProtonVPN einige Besonderheiten. Der Dienst speichert keine Verbindungsdaten, weil dies das Schweizer Recht verbietet. Somit können keine Rückschlüsse auf das Surfverhalten einzelner Nutzer gezogen werden. Im Client ist außerdem ein Kill-Switch eingebaut: Bei einem Verbindungsstörung zum VPN-Server kappt er alle Netzwerkverbindungen und schützt somit die IP-Adresse des Nutzers. Eine Tor-Integration erlaubt zudem die Traffic-Umleitung übers Onion-Netzwerk.

Was kostet ProtonVPN?

Die Nutzung von ProtonVPN ist mit einem Gerät kostenlos möglich, aber langsam (“Speed: Low”). Als weitere Beschränkung stehen IP-Adressen aus nur drei Ländern zur Auswahl. Wer schneller surfen will, muss zahlen: Für “Speed: High” werden 48 Euro im Jahr fällig. Der Plus-Account mit “Speed: Highest” kostet doppelt so viel. Nach eigenen Angaben nutzt ProtonVPN derzeit 112 Server in 14 Ländern mit einer gesamten Übertragungsgeschwindigkeit von 155 Gigabit pro Sekunde.

ProtonVPN ist nach ProtonMail das zweite Produkt der Schweizer Firma Proton Technologies AG. Das ursprünglich am CERN erdachte ProtonMail-Prinzip war 2013 von den Forschern Jason Stockman, Andy Yen und Wei Sun in das Unternehmen überführt worden. (dbe)

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