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Programmiersprache: Python 3.6 ist erschienen

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Gerfried Steube an Dezember 23, 2016 - 7:54 pm in Software-Entwicklung

Entwickler finden im neuen Python-Release vieles, was für die tägliche Programmierung interessant ist, anderes erschließt sich nicht auf den ersten Blick.

Fast pünktlich ist Version 3.6 der Programmiersprache Python über die Ziellinie gelaufen (ursprünglich war der 16. Dezember vorgesehen, aber ein zweiter Release Candidate wurde erforderlich). Die Sprache bekommt ein paar kleine Syntaxerweiterungen, asynchrone Generatoren sowie Comprehensions und folgt auf Python 3.5, das im September 2015 erschienen war.

Nützlicher Kleinkram

Erwähnenswert sind formatierte String-Literale, die ähnlich wie der Einsatz von str.format() funktionieren. Auch Zahlen erhalten eine Ergänzung: Entwickler dürfen künftig Unterstriche verwenden, um lange Ziffernfolgen analog zu Tausenderpunkten besser lesbar zu machen beispielsweise als 1_000_000. Die Schreibweise funktioniert nicht nur bei Dezimalzahlen, sondern beispielsweise auch in der Hexadezimalangabe 0x_FF_EE_FF. Führende, schließende oder doppelte Unterstriche sind jedoch nicht erlaubt.

Im Bereich Sicherheit blockt die Funktion os.urandom() auf Linux nun bis zur Initialisierung des Entropie-Pools. Außerdem ermöglichen die Module hashlib und ssl die Verwendung von OpenSSL 1.1.0. Ersteres unterstützt zudem neuerdings die Hash-Algorithmen BLAKE2, SHA-3 und SHAKE. Zahlreiche Ergänzungen betreffen den Einsatz unter Windows. Unter anderem können python.exe und pythonw.exe mit langen Pfadnamen jenseits des 260-Zeichengrenze umgehen. Die Kodierung für das Windows-Dateisystem und die Windows-Konsole ist nun standardmäßig UTF-8.

Mehr als 25 Jahre

Python kann mittlerweile auf eine Geschichte von mehr als 25 Jahren aufweisen. Aber gerade in den vergangenen Jahren hat die Popularität der General Purpose Language erst so richtig Fahrt aufgenommen. Sie zeichnet sich heute wie damals dadurch aus, dass sie ziemlich einfach zu erlernen ist, was auch der Grund dafür gewesen war, dass die Raspberry-Pi-Erfinder sie ursprünglich zur Programmierung für den Mikrocontroller empfahlen – das „Pi“ leitet sich von Python Interpreter ab.

Darüber hinaus wird sie in jüngster Zeit zunehmend häufiger auch als Lehrsprache eingesetzt wird. So ergab eine im Juni 2014 veröffentlichte Untersuchung, nach der Python als Einsteigersprache schlechthin an den US-amerikanischen Top-Universitäten zum Einsatz komme. Konkret heißt das, dass Python an acht der zehn bedeutendsten computerwissenschaftlichen Akademien, darunter Carnegie Mellon, MIT, Stanford und University of Berkeley, als erste Programmiersprache für die Studienanfänger herangezogen wird.

Einen richtigen Boom erlebte Python, als Google 2008 die Sprache als erste noch vor Java, PHP oder Go für die App Engine auswählte, die die Platform as a Service (PaaS) unterstützte. Doch auch abseits davon ist Python gerade im naturwissenschaftlichen Bereich, bei Data Science, der 3D-Modellierung oder neuerdings gar im High-Performance Computing populär.

Siehe dazu auf heise Developer:

  • Die wichtigsten neuen Features in Python 3.6
  • Vor 25 Jahren: Die Arbeiten an Python beginnen

(ane)

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