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Privatsphäre: Verschleiern der MAC-Adresse bei WLAN ist fast nutzlos

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Moritz Rosenfeld an März 15, 2017 - 1:40 am in Security

Über die MAC-Adresse eines WLAN-Moduls lässt sich ein Gerät eindeutig identifizieren. Um für mehr Schutz der Privatsphäre zu sorgen, wurde in Android ab Version 6.0 und in Apples iOS ab Version 8 zumindest beim Ermitteln von WLAN-Zugangspunkten eine Randomisierung eingeführt, die die eigentliche MAC-Adresse verschleiern soll. Erst wenn sich ein mobiles Gerät mit einem Access Point verbindet, wird die echte MAC-Adresse übermittelt, so zumindest die Theorie. Das Verschleiern wird aber nicht nur unzureichend umgesetzt, sondern lässt sich auch durch Schlupflöcher aushebeln. Das haben Forscher der Marine-Akademie in den USA ermittelt.

Auf der Suche nach Access Points in der Umgebung funken mobile Geräte bei aktiviertem WLAN unentwegt auch die MAC-Adresse des WLAN-Moduls. So lässt sich zumindest ein Bewegungsprofil einzelner Nutzer erstellen. Ein mögliches Szenario: Solche MAC-Adressdaten werden in Kaufhäusern erhoben; wenn das gleiche Gerät in einer anderen Filiale der Kaufhauskette auftaucht, könnten Nutzer gezielt verfolgt werden. Loggt sich ein Anwender dann auch noch bei einem Access Point samt eigenem Namen ein, entstehen wertvolle Daten. Werden diese Informationen von Dritten mit anderen MAC-Adressdaten abgeglichen, etwa aus öffentlichen Verkehrsmitteln, könnten Nutzer fast lückenlos verfolgt werden.

Zuerst der Zufall

Um dem entgegenzuwirken, haben Hersteller mobiler Betriebssysteme damit begonnen, Funktionen einzubauen, die zunächst die eigentliche MAC-Adresse mit Zufallszahlen ersetzen sollen. Öffentliche Access Points verlangen aber die eindeutige MAC-Adresse, etwa um eine zeitliche Begrenzung für einzelne Geräte umzusetzen oder ein mehrmaliges Einloggen zu verhindern. In der Theorie soll die eigentliche MAC-Adresse daher nur dann übermittelt werden, wenn sich ein Gerät tatsächlich bei einem WLAN-Zugang einloggt. Bei Android wurde die Funktion ab Version 6.0 bereitgestellt.

Zur Erinnerung: Die ersten drei Bytes der MAC-Adressen können aus einem Organizationally Unique Identifiers (OUI) bestehen, der die Hardware einem Hersteller zuordnet. Solche OUIs können beim Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) erworben werden. Die verbleibenden drei Bytes werden dann vom Hersteller mit beliebigen Zahlen aufgefüllt. Die sechs Bytes ergeben zusammen dann eine für jede Hardware eindeutige 48-Bit-MAC-Adresse, die auf Schicht 2 des OSI-Modells übertragen wird. Das IEEE bietet auch private OUIs an, die nicht mit einem Hersteller in Verbindung stehen und so zur Verschleierung einer MAC-Adresse beitragen können. Solche privaten OUIs werden aber von keinem der großen Hersteller verwendet, monieren die Forscher. Alternativ bietet das IEEE sogenannte Company Identifier (CID) an. CIDs können aber nicht verwendet werden, um eindeutige MAC-Adressen zu generieren und eignen sich daher ebenfalls zur Verschleierung. Sie werden von einigen Herstellern bei Abfragen eingesetzt.

Kaum verschleiert

Die „überwältigende Mehrheit“ der von den Forschern getesteten Android-Geräte verzichtet komplett auf eine Verschleierung der MAC-Adresse. Warum das so ist, darüber können die Forscher nur spekulieren. Ein Grund könnten Inkompatibilitäten zwischen der WLAN-Hardware und der Firmware sein. Denn sowohl Betriebssystem als auch Treiber müssen diese Funktionen unterstützen. So sind zumindest fast alle Geräte eindeutig identifizierbar. Wer manuell seine MAC-Adresse verschleiern will, muss sein Gerät rooten, was aber die Sicherheit des Geräts ebenfalls aushebeln kann.

Apple hat die Randomisierung der kompletten MAC-Adresse bereits in iOS 8 umgesetzt. Interessanterweise nutzt Apple auch CIDs fremder Hersteller. Allerdings fügt iOS seit Version 10 den WLAN-Pakten ein eindeutiges Information Element (IE) hinzu. Damit ließen sich trotz Verschleierung iOS-10-Geräte wieder identifizieren, schreiben die Forscher.

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