Symantec will umstrittenen Sicherheitsanbieter Lifelock schlucken

November 21, 2016 - 5:42 pm in Security

2,3 Milliarden US-Dollar will Symantec zahlen, um sich mit einem Anbieter für Schutz vor Identitätsdiebstahl zu verstärken. Die Firma namens Lifelock musste aber schon zwei Millionenstrafen wegen nicht gehaltener Werbeversprechen zahlen.

Der Sicherheitssoftware-Anbieter Symantec will sich verstärken und für 2,3 Milliarden US-Dollar die US-Firma Lifelock übernehmen. Der Pressemitteilung zufolge werden 24 US-Dollar pro Aktie gezahlt, bis zum ersten Quartal 2017 soll der von den Verwaltungsräten beider Unternehmen abgenickte Deal abgeschlossen sein. Voraussetzung ist natürlich, dass sowohl Aufsichtsbehörden als auch die Aktionäre von Lifelock mitziehen. Das 2005 gegründete Unternehmen Lifelock musste allerdings bereits zweimal Millionenstrafen wegen irreführender Werbung begleichen und gilt als hochumstritten.

Die Firma hat sich auf Schutz vor Betrug und Identitätsdiebstahl spezialisiert und bedient eigenen Angaben nach einen Stamm von 4,4 Millionen Kunden. Symantec – verantwortlich unter anderem für Norton Antivirus – erwartet von dem Marktsegment ein erhebliches Wachstum. Mit dem Neuerwerb wolle man sich breiter aufstellen, weg vom Anbieter reiner Anti-Malware-Lösungen hin zu einem umfassenden Dienstleister für digitale Sicherheit, erklärte Symantecs Chef Greg Clark. Die Übernahme soll im wesentlichen durch Cash-Reserven beglichen werden, dazu kommen 750 Millionen US-Dollar neue Schulden.

Millionenstrafen plus missbrauchte Chef-Identität

Die Zuversicht Symantecs dürfte manchen irritieren, der die Vorgeschichte von Lifelock kennt: Die US-Handelsaufsicht FTC hat Lifelock bereits zweimal wegen irreführender Werbung zu Strafen verdonnert. 2010 wurde die erste Strafe von 12 Millionen US-Dollar ausgesprochen, weil der versprochene Schutz äußerst lückenhaft gewesen sei. Im Dezember 2015 folgte die zweite in Höhe von satten 100 Millionen US-Dollar, weil die im Rahmen der erste Strafe gemachten Auflagen von Lifelock missachtet wurden. Das Unternehmen soll wiederholt versprochen haben, sensitive Kundendaten wie die Sozialversicherungsnummer auf dem Sicherheitsniveau von Banken zu beschützen. Genau das habe es aber mindestens von Oktober 2012 bis März 2015 überhaupt nicht geleistet, so die FTC bei Verkündung der zweiten Strafe. Auch beim Versprechen, Kunden im Verdachtsfall sofort zu benachrichtigen, habe Lifelock schlichtweg versagt.

Abgesehen vom Ärger mit der FTC sorgte auch der Lifelock-Gründer und damalige CEO Todd Davis für Schlagzeilen: Im Rahmen einer Werbekampagne machte er von 2006 an seine eigene Sozialversicherungsnummer öffentlich – und betonte dabei, dank Lifelock dennoch rundum geschützt zu sein. Laut US-Berichten wurde die Nummer in 13 Fällen von Identitätsdiebstahl missbraucht. Unter anderem wurden Kredite mit Davis Informationen aufgenommen und Telefonnummern eingerichtet, bei denen die Rechnungen sich auf Tausende US-Dollar beliefen.

Zweite kontroverse Übernahme

Lifelock ist übrigens nicht die einzige umstrittene Neuerwerbung Symantecs: Im Juni gab das Unternehmen bekannt, für 4,65 Milliarden US-Dollar die Firma Bluecoat zu kaufen. BlueCoat hat Software im Angebot, die etwa Kundendaten in der Cloud sichert, bei der Entdeckung von Hackern hilft und verschlüsselten Datenverkehr im Netzwerk managen kann. In den vergangenen Jahren gab es dabei immer wieder Kritik, Software von BlueCoat werde in Ländern wie Syrien, China oder Iran eingesetzt, um den Internet-Verkehr zu überwachen.

Erst kurz vor Bekanntgabe der Übernahmen wurde noch publik, dass sich BlueCoat eben von Symantec ein Intermediate-CA-Zertifikat ausstellen ließ. Damit hätte die Firma eigene Zertifikate auf beliebige Domains ausstellen können, was wiederum zur Ausforschung verschlüsselten Traffics hätte missbraucht werden können. Die Organisation Reporter ohne Grenzen bezeichnete BlueCoat wegen solchen Verhaltens als einen der fünf größten unternehmerischen Feinde des Internets. (axk)

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