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Open Networking: Die Zukunft des Netzwerk-Admins ist der Linux-Sysadmin

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Gerfried Steube on May 15, 2017 - 1:28 am in OSS

Das Netzwerk ist als kritische Infrastruktur das Rückgrat der Wertschöpfung für viele Unternehmen. Mit dem Open-Networking-Ansatz, der eine Entkopplung von Hard- und Software vorsieht, wird die bisher eher starre Verwaltung des Netzwerks einer grundlegenden Veränderung unterworfen. Diese Innovation, die eine vereinfachte, stabilere oder günstigere Verwaltung des Netzwerks verspricht, fordert wohl allerdings die Administratoren eben dieser Netzwerke einen völlig anderen Umgang mit ihrer altbekannten Materie ab. Das bedeutet für die Unternehmen, ihre Teamorganisation neu zu denken.


Open Networking im Markt und bei den ganz Großen

Anders als bei klassischer Netzwerkhardware, die in der Regel nur mit einem herstellerspezifischen Betriebssystem eingesetzt werden kann, steht es dem Anwender beim Open Networking frei, mit welchem Betriebssystem oder welcher Software er seine Netzwerkgeräte wie Switches betreibt. Die Vorteile dieses Konzeptes sind schnell ersichtlich, etwa eine bessere Anpassbarkeit an die Bedürfnisse des Unternehmens oder eine Kostenreduktion durch die Verwendung von günstiger Standardhardware, man spricht auch von “Commodity Hardware” oder “White-Box-Switches”.

Einige Unternehmen haben bereits entsprechende Angebote für dieses neuartige Modell. Dazu gehören unter anderem Cumulus Networks und Big Switch Networks auf Softwareseite sowie Initiativen wie das von Google, Facebook und Microsoft getriebene Open Compute Project auf Hardwareseite. Auch Hersteller von traditioneller Netzwerkhardware wie Dell EMC bieten seit einiger Zeit Geräte an, auf denen verschiedene Betriebssysteme laufen können. Angesichts dieser Entwicklung ist es schwer vorstellbar, dass Admins langfristig bei ihren bekannten Netzwerksystemen bleiben und somit das Thema Open Networking an sich vorbeiziehen lassen können.

Open Networking ist ein Paradigmenwechsel

Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung pro oder kontra neuartiger Infrastrukturtechnologien wie Open Networking ist sicherlich der Aufwand, das nötige Know-how zur Betreuung zu beschaffen. Doch wie viel ändert sich wirklich für die Administratoren des Netzwerks? Technisch basieren traditionelle Netzwerkbetriebssysteme und neuartige Open-Networking-Betriebssysteme häufig gleichermaßen auf Unix-artigen Systemen wie eben Linux. Sollen einzelne Komponenten dezentral verwaltet werden, kommt in beiden Welten in der Regel eine Kommandozeile (CLI) zum Einsatz. Trotz dieser offensichtlichen Gemeinsamkeiten unterscheidet sich die Bedienung allerdings teilweise sehr stark.

Klassische Netzwerkbetriebssysteme arbeiten häufig mit geschachtelten Menü- und Befehlsstrukturen. Je nach Hersteller variieren dabei zwar die genutzten Befehle, doch ist die generelle Bedienung in der Regel sehr ähnlich. Beispielhaft zeigen nachfolgende Befehle, wie unter Cisco IOS ein Netzwerkinterface hochgefahren wird. Man erkennt deutlich die geschachtelte Menüführung.

Switch > enable
Switch# configure terminal
Switch(config)# interface gigabitethernet0/1
Switch(config-if)# no shutdown

Neuartige Open-Networking-Betriebssysteme verstecken ihre Linux-Herkunft dagegen meist nicht. Wie bei einem Linux-Server erfolgt die Bedienung mittels Aufruf von Skripten oder passender Werkzeuge. Nachfolgender Befehl zeigt am Beispiel von Cumulus Linux, wie ein Netzwerkinterface hochgefahren wird. Dies geschieht mittels Aufruf des Skripts ifup. Als Parameter wird das entsprechende Netzwerkinterface mitgegeben.

[email protected]$ sudo ip link set dev swp1 up

Viele Einstellungen werden außerdem, wie man es von Linux kennt, in entsprechenden Konfigurationsdateien angepasst.

Unternehmen sollten sich dieses starken Paradigmenwechsels bewusst sein. Zwar benötigt auch ein Wechsel innerhalb traditioneller Netzwerkbetriebssysteme eine gewisse Umgewöhnungszeit, ein Linux-unerfahrener Netzwerkadministrator wird sich mit einem Wechsel zu einem Open-Networking-Betriebssystem jedoch schwertun. Dementsprechend sollte auch der erforderliche Schulungsmehrbedarf bei der Einführung von Open Networking berücksichtigt werden.

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