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Mozilla: Firefox 54 bringt “komplette Multi-Prozess-Architektur”

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Gerfried Steube on June 17, 2017 - 10:48 pm in OSS

Die offiziellen Release Notes für die aktuelle Version 54 des Firefox-Browsers sind ungewöhnlich kurz. Ebenso gibt es in der Ankündigung durch Firefox-Hersteller Mozilla auch eigentlich nur ein einziges Thema: den vorläufigen Abschluss der Umbauarbeiten für die Multi-Prozess-Architektur des Browsers, die auch als Electrolysis (E10s) bezeichnet wird.

  • Die bisherige E10s-Architektur (Bild: Mozilla/CC BY SA 3.0)
  • Die aktuelle Architektur - standardmäßig aber nur mit vier Content-Prozessen (Bild: Mozilla/CC BY SA 3.0)
  • Mit den Webextensions können auch die Addons ausgelagert werden. (Bild: Mozilla/CC BY SA 3.0)

Die bisherige E10s-Architektur (Bild: Mozilla/CC BY SA 3.0)

Mit der neuen Version nutzt Firefox standardmäßig bis zu vier eigenständige Prozesse für Inhalte. Zusätzlich dazu nutzt die grafische Anzeige des Browsers noch einen eigenen Prozess und unter Windows wird ein spezieller GPU-Prozess verwendet. E10s soll den Arbeitsspeicher außerdem weniger belasten als bei der Konkurrenz. Nutzer, die die Auslastung des Arbeitsspeichers nicht scheuen und auf genügend CPU-Rechenleistung zugreifen können, können die Höchstzahl der Prozesse mit der Option dom.ipc.processCount in about:config selbst anpassen.

Mit diesem Aufbau, an dem bereits seit Jahren gearbeitet wird, kann Mozilla künftig weitere Trennungen bei laufendem Code vornehmen. Bereits im August vergangenen Jahres hat das Team diesen Plan näher beschrieben. Demnach sollen langfristig möglichst viele Inhalte voneinander getrennt und vor allem isoliert werden. Letzteres werde auch dazu dienen, Addons in einer Sandbox laufen zu lassen.

Webextensions ausgebaut

Der eigene Addon-Prozess kann wohl aber erst nach dem vollständigen Wechsel auf die neue Webextensions-API umgesetzt werden. Dieser Wechsel ist zurzeit für Firefox 57 vorgesehen, der vermutlich Mitte November dieses Jahres erscheinen wird. Die alten Addons, die unter anderem noch auf XUL setzen, werden spätestens ab diesem Zeitpunkt nicht mehr unterstützt.

Die Arbeiten an der neuen API werden deshalb immer weiter fortgesetzt. In Firefox 54 können auch eigene Webentwickler-Werkzeuge genutzt werden, wie etwa jene für Vue.js oder Redux, die bereits als Chrome-Erweiterungen existieren. Mit den Webextensions kann nun außerdem die Seite eines neuen Tabs verändert werden, ebenso können Protokolle, die der Browser nicht nativ unterstützt, in Addons verarbeitet werden. Details zu neuen Webextensions gibt es in einer speziellen Ankündigung.

Firefox 54 unterstützt darüber hinaus die Verwendung von VP9 in DRM-verschlüsselten Verbindungen, wenn Googles Widevine genutzt wird, VP8-Videos in einem Webm-Container werden auch unabhängig von der Leistung des Rechners immer abgespielt. Wie andere Browser auch unterstützt Firefox die CSS-Eigenschaft Clip-Path, mit der die sichtbaren Teile eines Elements festgelegt werden können. Dazu können etwa Übergänge der Form animiert oder Flächen in Abhängigkeit von Mausbewegungen dargestellt werden.

Mit der Veröffentlichung wird auch der bisherige Aurora-Channel abgeschafft, der zwischen Nightly- und Betaversion angesiedelt gewesen ist. Die Developer Edition basiert nun auf der Betaversion und neue Funktion wandern von der Nightly-Version direkt in die Beta.

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