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Mediacenter-Software: Warum Kodi DRM unterstützen will

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Gerfried Steube on April 24, 2017 - 5:14 pm in OSS

In einem ungewöhnlich harschen Ton und wohl auch aus sehr schlechter Stimmung heraus erklärt das Team des freien Mediencenters Kodi in einem Blogeintrag, warum das Projekt überlegt, künftig DRM-Techniken zu unterstützen. Diese Überlegungen sind seit einiger Zeit öffentlich und sorgen für reichlich Unmut bei Unterstützern der freien Software. Nach einem Artikel des Portals Torrentfreak zu dem Thema hätten einige Nutzer das Projekt zudem heftig beschimpft, berichtet das Kodi-Projekt.

Dem will und muss das Entwicklerteam offenbar etwas entgegensetzen und erläutert deshalb seine Pläne. So heißt es: “Kodi ist eine freie, offene, neutrale Software. Kodi wird niemals DRM voraussetzen, noch wird es jemals eine abgeschlossene Software sein”. Ebenso stellt das Team klar, dass Kodi wie bisher selbst keine Inhalte anbieten wird und auch künftig weiter jegliche Inhalte der Nutzer abspielen wird. Einschränkungen der Nutzungsweise soll es nicht geben.

Kodi will keine Plattform zur Piraterie sein

In der Vergangenheit ist die Kodi-Software immer wieder mit Urheberrechtsverletzungen in Verbindung gebracht worden ist. Laut den Entwicklern liegt das an “einem Haufen schlecht informierter Idioten, die auf Youtube als Kodi-Experten posieren, sowie schattigen Anbietern, die versuchen, auf unserem Rücken zu schnellem Geld zu kommen und dabei leichtgläubige Menschen ausnutzen”.

Hinzu kämen “faule Artikel-Autoren auf mehreren Nachrichten- und Medien-Websites, für die Hörensagen tatsächlich eine glaubwürdige Quelle ist und Clickbait den Lebensunterhalt sichert”. Für die Kodi-Macher und -Nutzer bringt diese oft wiederholte Darstellung als Piraterie-Plattform aber erhebliche Nachteile. So hat Amazon die Software im Sommer 2015 etwa mit der Begründung der Piraterie-Unterstützung aus seinem App-Shop geworfen.

DRM als Gegenmaßnahme

Vor allem deshalb versucht das Team bereits seit rund einem Jahr, gegen unseriöse Anbieter vorzugehen. Teil dieser Überlegungen und ein mögliches Mittel, um aus der unterstellten Piraterie-Ecke herauszukommen, ist offenbar auch die Unterstützung von DRM-Techniken. Von der Unterstützung dafür erhofft sich das Team, mit Inhalteanbietern zusammenarbeiten zu können. Als explizites Beispiel nennt Kodi etwa den Videostreamingdienst Netflix.

So unterstütze etwa Android bereits die DRM-Technik zum Abspielen der Inhalte von Netflix. Ähnliches gelte etwa für den Chrome-Browser auf Desktop-Rechnern. Kodi selbst könnte künftig möglicherweise auf die Binär-Blobs zum Entschlüsseln der DRM-Inhalte zugreifen, aber weiterhin selbst das eigentliche Abspielen und die Darstellung übernehmen. Diese Überlegung gelte natürlich auch für weitere Anbieter, die dann mit Hilfe legitimer Kodi-Addons genutzt werden.

Unabhängig davon diskutiere das Kodi-Team auch intern, ob und inwiefern diese Unterstützung zum Abspielen von DRM-geschützten Inhalten ethisch überhaupt vertretbar sei, heißt es. Abgeschlossen seien diese Diskussionen aber noch nicht.

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