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Kupfer: Nokia hält Terabit DSL für überflüssig

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Gerfried Steube on May 23, 2017 - 9:57 am in Internet

Nokia glaubt nicht an die Chancen von Terabit DSL (TDSL). Keith Russell, Product Marketing Manager FTTx bei Nokia, sagte Golem.de: “Die Welt bewegt sich in Richtung Glasfaser, aber auf dem Weg dorthin wurden und werden die Grenzen der Kupferleitung erweitert. Techniken wie Wellenleiter können in der Tat die Datenraten weiter steigern, aber die Frage ist, ob in zehn Jahren noch jemand Terabit DSL benötigt. Im Moment ist es vor allem ein theoretisches Konzept.”

John Cioffi, einer der wichtigsten Entwickler von DSL, will mit Terabit DSL eine Datenrate von 1 TBit/s im Kupferkabel erreichen. TDSL nutzt die winzigen Luftlücken in Kupferkabel zur Übertragung eines drahtlosen Signals. Die Drähte tragen dabei keine direkten Signale, sondern wirken als Hohlleiter. Weil die Lücken sehr schmal sind, sind Übertragungen im Bereich von 50 GHz bis 600 GHz nötig. Die Technologie ist noch nicht getestet und existiert lediglich als Computermodell.

Eigenlob: immer ganz vorn

Nokia sieht sich laut Russell an der Spitze der technologischen Innovation beim Breitbandzugang, sei es bei GPON, XGS-PON oder TWDM-PON bei der Glasfaser, G.fast beim Kupfer oder 5G im Mobilfunk. Russell: “Mit Blick auf die heutigen laufenden Standardisierungsbemühungen sehen wir ein breites Interesse an G.fast, was einen klaren Weg weist zu symmetrischen Gigabit-Geschwindigkeiten über Kupfer. Die ITU-T beginnt nun auch G.mgfast zu erschließen, was in der Zukunft 10 GBit/s über Kupfer liefern wird. Die wichtigsten Konzepte von G.mgfast wurden erstmals von Nokia Bell Labs mit ihrer XG-Fast-Vorführung bereits im Juli 2014 gezeigt. 10-GBit/s-Datenraten auf Kupferleitungen wurden einmal als unmöglich angesehen und sind nun erwiesenermaßen erreichbar.”

Es sei klar, dass die Industrie nicht mit der Innovation beim Kupferkabel abgeschlossen habe und dass in Zukunft noch höhere Geschwindigkeiten erreichbar seien. Gegenwärtig sollte es vorrangig sein, Kupfertechnologien wie G.fast zu verbreiten und Gigabit-Geschwindigkeiten so schnell wie möglich für Millionen Nutzer zu bieten.

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