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Kommentar: Ubuntu ist Größenwahn

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Moritz Rosenfeld an April 9, 2017 - 3:45 pm in OSS

Der Traum vom Ubuntu-Smartphone ist endgültig geplatzt und auch der Unity-Desktop wird beerdigt. Fehlschläge, die vorprogrammiert waren und niemanden überraschen sollten, sagt Fabian Scherschel.

Der Unity-Desktop und das Smartphone-Projekt von Ubuntu sind tot. Überraschen sollte das niemanden, denn Unity ist eine unnötige, von der Linux-Community abgelehnte Entwicklung und Ubuntu Phone war von Anfang an zum Scheitern verdammt. Beide Projekte wurden vom Ego des Ubuntu-Chefs Mark Shuttleworth am Leben gehalten und selbst der zieht nun die Reißleine.

Die Geschichte von Ubuntu ist voll von Projekten, bei denen die Ubuntu-Fans gegen den Rest der Linux-Community gearbeitet haben: Upstart, Unity, Mir, Snappy Apps… Ubuntu kann und will nicht mit dem Rest der Community kooperieren, macht wenn möglich sein eigenes Ding und fällt damit dann auf die Nase. Und das meist mit Ansage. Keiner wollte Fenster-Buttons auf der linken Seite oder globale Menüs und niemand sehnte sich nach Touch-Bedienung auf einem Bildschirm ohne Touch-Funktion. Gnome 3 mag, vor allem am Anfang, weit entfernt von Perfektion gewesen sein, aber Unity hat es trotzdem geschafft, einen noch zäheren, unpraktischeren Desktop zu liefern.

Ubuntu Phone stellt allerdings die Krone der Shuttleworthschen Hybris dar. Dieses Projekt war von Anfang an ein ziemlicher Witz. Man wollte den Smartphone-Markt aufrollen und scheiterte dann schon vor der ersten Hürde, als die Crowdfunding-Kampagne für das Ubuntu-eigne Smartphone Edge grandios baden ging. Als dann irgendwann endlich die erste Ubuntu-Phone-Hardware ausgeliefert wurde, gab es ein wackeliges Betriebssystem ohne nennenswerte Apps auf langweiligen Geräten zu bestaunen. Zu einer Zeit, als der Smartphone-Markt bereits von Apple und Google übersättigt war. Wo selbst Microsoft keine signifikanten Erfolge verbuchen konnte, war von Beginn an klar, dass Ubuntu nie eine Chance haben würde.

Wie oft muss sich die Geschichte noch wiederholen, damit die Ubuntu-Macher ihre Lektion lernen? Nach Mobile will man nun auf den nächsten Buzzword-Zug aufspringen: Cloud und IoT. Und auch dort hat man bestimmt schon Ideen, wie man eigene abstruse Standards erfinden und merkwürdige Usability-Entscheidungen rechtfertigen kann. Diesmal wird’s bestimmt was! (fab)

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