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Jigsaw: Mehrheit vorerst gegen Modulsystem in Java 9

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Heinrich Voigts on May 14, 2017 - 8:11 am in Internet

Der erst vor wenigen Tagen geäußerten Kritik von Red Hat und IBM an dem für Java 9 geplanten Modulsystem mit dem Projektnamen Jigsaw hat sich nun eine Mehrheit der beteiligten Entscheidungsträger angeschlossen. Das für die Standardisierung von Jigsaw zuständige Executive Committee hat sich mit 13 zu 10 Stimmen zunächst gegen einen Public-Review Prozess von Jigsaw ausgesprochen.

Die Nein-Sager begründeten zugleich in den Kommentaren zu ihrem Votum die Kritik am vorhandenen Vorschlag und betonten, es gebe noch offene Probleme, die man lösen müsse. Red Hat verwies beispielsweise wieder einmal darauf, dass Jigsaw in seiner jetzigen Form nicht für den Einsatz der Enterprise Edition von Java geeignet sei.

Andere stimmten mit Nein, weil ihnen der fehlende Konsens in der Expertengruppe Sorgen bereitete. Darüber hinaus äußerten einige derer, die gegen den Vorschlag stimmten, Bedenken darüber, dass Jigsaw den Bibliotheken und Frameworks außerhalb der eigentlichen Java-Plattform Probleme bereiten könnte, die noch gelöst werden sollten.

Erneute Abstimmung möglich

Im Laufe der nächsten 30 Tage kann nun ein geänderter Vorschlag erneut zur Abstimmung kommen, der die offenen Probleme behebt, insbesondere den Umgang mit automatischen Modulnamen. Theoretisch könnte Java-Hauptsponsor Oracle den Java Community Process (JCP) auch übergehen, strategisch wäre das sicherlich aber keine gute Idee. Letztlich äußerten sich die meisten Abstimmungsberechtigten dennoch optimistisch, recht bald einen Konsens erreichen zu können. Ein neuer Standard muss mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen werden.

Mit Jigsaw soll die Organisation von Java-Code in Modulen völlig neu organisiert werden können. Für Java 9 soll dies folgerichtig auch für die Bibliotheken der Sprache selbst umgesetzt werden.

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