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Intels neue Server-Atoms "Denverton" schon im Einsatz

Heinrich Voigts on February 18, 2017 - 6:15 am in Internet

Ohne große Ankündigung hat Intel erste Varianten des Atom C3000 alias Denverton für kleine Server, Netzwerkgeräte, NAS und andere Storage-Systeme auf den Markt gebracht.

Seit mehrere Firmen immer kräftigere ARM-SoCs für Server, Storage- und Netzwerksysteme vorgestellt haben, hat auch Intel mehr hoch integrierte Server-SoCs wie Atom S1200, Atom C2000 und Xeon-D ins Rennen geschickt. Nun ist der Atom C3338 aufgetaucht, ein erster “Denverton”-Typ, der auf dieselben Geräteklassen zielt wie sein Vorgänger Atom C2000 “Avoton”: NAS-Boxen, Mini-ITX-Boards für Mini-Server, modulare Mikroserver und Netzwerkgeräte, etwa Firewalls.

Da Intel bisher keine Dokumentation zum Atom C3000 veröffentlicht hat, kann man über den genauen Aufbau nur spekulieren. Die Zahl 3000 und der Vorstellungstermin lassen aber hoffen, dass in den Denvertons ähnliche CPU-Kerne stecken wie in den Apollo-Lake-Typen Atom E3900 und Celeron N3450, also die für Atom-Verhältnisse vergleichsweise leistungsfähigen “Goldmont”-Kerne.

Laut Intels CPU-Datenbank ark.intel.com besitzt der Atom C3338 lediglich zwei CPU-Kerne, die mit 1,5 bis 2,2 GHz takten, und kostet auch nur 27 US-Dollar. Trotzdem enthält er einen Ethernet-Controller für vier Ports mit 1 oder 2,5 GBit/s. Um sie zu nutzen, sind freilich noch PHY-Chips nötig. Außerdem bindet der Atom C3338 bis zu 10 SATA-6G-Ports, 4 USB-3.0-Ports und 10 PCIe-3.0-Lanes an – aber möglicherweise nicht alles gleichzeitig. Bei den Platform Controller Hubs (PCHs) mit Intels Flexible-I/O-Technik lassen sich sogenannte High-Speed-I/O-(HSIO-)Lanes für USB 3.0, PCIe 3.0 oder SATA 6G nutzen, je nach Einsatzzweck des Mainboards.

Erste Produkte

Supermicro bestückt das Mini-ITX-Mainboard A2SDi-2C-HLN4F mit dem Atom C3338, ein tschechischer Händler offeriert es bereits für 316 Euro. Dabei verwendet er allerdings das Foto des doppelt so teuren A2SDi-H-TF mit Atom C3758 (8 CPU-Kerne) und zwei 10-GBit-Ethernet-Ports. Noch teurer sind die Board-Versionen A2SDi-LN4F mit Atom C3850 (12 CPU-Kerne) und A2SDi-H-TP4F mit Atom C3958, der 16 CPU-Kerne besitzt. Das letztgenannte Board kostet rund 1260 Euro.

Laut einer Online-Broschüre von Supermicro besitzt das A2SDi-2C-HLN4F zwei DDR4-DIMM-Slots, die Registered-ECC-Module mit jeweils bis zu 32 GByte vertragen. Das Board stellt je vier Gigabit-Ethernet- und SATA-6G-Ports bereit. Zudem ist der Fernwartungschip Aspeed AST2400 vorhanden.

Netgear verwendet den Atom C3338 in den Speicherboxen ReadyNAS RN422 und RN424. Laut Amazon soll die RN422 Anfang März für rund 540 Euro zu haben sein. (ciw)

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