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In-Car-Entertainment: Mazda schließt drei Jahre alte Sicherheitslücke

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Gerfried Steube on June 15, 2017 - 4:43 pm in OSS

Der Autohersteller Mazda hat nach mehreren Jahren eine Sicherheitslücke geschlossen, die eine Modifikation des Entertainment-Systems über einen USB-Stick ermöglicht. Ist ein bestimmtes Skript auf dem Stick vorhanden, wird dieses vom Entertainment-System automatisch ausgeführt, nachdem der Stick eingesteckt wird. Bastler hatten unter Ausnutzung der Sicherheitslücke das Tool MZD-AIO-TI (Mazda All In One Tweaks Installer) entwickelt, außerdem lassen sich zahlreiche Unix-Befehle ausführen.

Nach Angaben des Hackers Jay Turla wurden die Probleme bereits im Jahr 2014 entdeckt, ein Firmware-Update von Mazda erfolgte jedoch erst vor kurzem. Turla selbst begann, seinen eigenen Mazda zu untersuchen, und dokumentiert die Ergebnisse seiner Arbeit in einem Github-Verzeichnis.

Mit einem entsprechend präparierten USB-Stick lasse sich fast beliebiger Code ausführen, als Beispiel führt Turla den Befehl uname -a aus, die entsprechende Ausgabe wird auf dem Entertainment-System angezeigt. Es soll ebenfalls möglich sein, den in früheren Firmware-Updates deaktivierten Support für SSH-Verbindungen wieder zu aktivieren. Eine Interaktion des Nutzers ist dabei nicht erforderlich, denkbar wäre also, einer Person einen USB-Stick mitzugeben, auf dem sich vermeintlich Musikdateien für die Autofahrt befinden.

Bastelsystem ist verfügbar

Andere Modder nutzen die Sicherheitslücken aus, um das Mazda-System nach eigenen Vorstellungen anzupassen. Dabei gibt es dann einen Vidoeplayer mit der Möglichkeit, lokale Dateien abzuspielen oder ein Screencapture des Onboard-Entertainment-Systems durchzuführen. Auch ein lokaler SSH-Server mit voreingestelltem, einheitlichem Passwort ist vorhanden. Das modifzierte System basiert auf dem Electron-Framework.

Mazda selbst geht nicht davon aus, dass die Probleme in dem System für bösartige Angriffe ausgenutzt werden können. In einem Statement bei Bleeping Computers teilt das Unternehmen mit: “Mazda Connect kontrolliert eine sehr begrenzte Zahl von Funktionen in Mazda-Fahrzeugen und kann nicht aus der Ferne über das WLAN-Signal erreicht werden.” Der Zugriff über den USB-Stick könne also nur geringen Schaden anrichten. Zu den über Connect erreichbaren Funktionen gehört nach Angaben von Mazda Keyless Entry, die auf dem Active-Driving-Display angezeigten Informationen, etwa wenn der Spurwechselassistent aktiv ist, und andere. Ein Zugriff auf die Steuerung, Beschleunigung oder die Bremsen sei nicht möglich.

Das Mazda Connect-System ist in den Fahrzeugen mit den Nummern CX-3, CX-5, CX-7, CX-9, dem Mazda2, Mazda3, Mazda6 und dem Mazda MX-5 vorhanden.

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