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Freiwillige gesucht: libsystemd0-Abhängigkeiten in Devuan Ascii

Moritz Rosenfeld on August 1, 2017 - 6:45 am in OSS

Um Devuan Ascii vollständig vom Code der init-Software systemd zu befreien, benötigt das Projekt Freiwillige. Ganze 146 Pakete sind betroffen, darunter Desktop-Umgebungen – und sogar essentielle BSD-Werkzeuge.

Zum Entfernen der Bibliothek libsystemd0 aus den Paketen benötigt das Devuan-Projekt freiwillige Helfer. Das geht aus der Mailingliste der Linux-Distribution hervor. Devuan hat sich als Abspaltung des Debian-Projekts ein freies Betriebssystem ohne die umstrittene init-Software systemd zum Ziel gesetzt.

Das Vorhandensein der libsystemd0 bedeutet allerdings nicht, dass das Projekt es nicht schaffen würde, ohne systemd als init-Software der Distribution auszukommen. Vielmehr ist die Bibliothek dafür zuständig, dass andere Programme mit Komponenten von systemd kommunizieren können, falls systemd überhaupt vorhanden ist.

In Jessie immer mit an Bord

Entsprechend blieb libsystemd0 Bestandteil der erst kürzlich erschienenen Version Devuan Jessie 1.0.0 Stable. Auf ihrer Webseite weist das Projekt sogar darauf hin, dass Nutzer das Vorhandensein der Bibliothek nicht als Fehler melden sollen, da es sich nicht um ein größeres Problem handeln würde.

In der nun folgenden Diskussion geht es jedoch um die gegenwärtige Testing-Ausgabe Ascii. Nachdem ein Nutzer sich ein vollständiges Entfernen von libsystemd0 gewünscht hatte, folgte eine lange Liste mit 146 betroffenen Paketen. Die erhofften Freiwilligen sollen als Maintainer auch in Zukunft den Status von libsystemd0 im Auge behalten.

Auf der Liste finden sich einige Pakete, deren Abhängigkeit von libsystemd0 nicht überrascht. So kooperieren Desktop-Umgebungen wie Gnome oder Cinnamon umfassend mit systemd. Linux-Distributionen wie Gentoo stellen ihren Nutzern gar eine spezielle Anleitung zur Verfügung, falls sie die Umgebungen ohne die init-Software einsetzen wollen.

BSD-Software auf der Liste

Für mehr Stirnrunzeln könnte bei vielen Nutzern unter anderem das Paket bsdutils sorgen. Eine brisante Kombination, da einer der Hauptkritikpunkte an systemd ist, dass es grundlegende Unix-Richtlinien verletzt – und sich Nutzer aufgrund der weitreichende Abhängigkeiten trotzdem nicht mehr vollständig von der Software trennen können.

Allerdings ist hier die Abhängigkeit der bsdutils von libsystemd0 im Grunde nichts Neues. Eine Diskussion um die Kombination gab es bereits Ende 2014, als die Änderung in Debian auftauchte. Gleichwohl zeigt sie die Herausforderungen für das Devuan-Projekt umso deutlicher: Etwaige Freiwillige müssen bei jeder Aktualisierung selbst sicher erscheinender Pakete argwöhnisch aufpassen, damit Code-Bestandteile von systemd nicht wieder unbemerkt auftauchen. (fo)

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