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Foscam: IoT-Hersteller ignoriert Sicherheitslücken monatelang

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Moritz Rosenfeld on June 11, 2017 - 4:34 am in Security

Der chinesiche IoT-Hersteller Foscam stellt unter verschiedenen Markennamen IP-Kameras her, die offenbar zahlreiche Sicherheitslücken enthalten. Ein Bericht [PDF] der finnischen Sicherheitsfirma F-Secure listet 18 verschiedene Schwachstellen auf, die der Hersteller auch nach mehrmonatiger Frist offenbar nicht schließen konnte oder wollte.

Die Schwachstellen betreffen die Geräte mit dem Namen Opticam i5 HD, auch die Geräte mit dem Namen Foscam C2 sind anfällig für Angriffe. Das Modell Foscam C2 wird auch in Deutschland vertrieben. Angreifer können unter anderem ohne Zugangskontrolle Zugriff auf den internen Speicher des Gerätes erlangen und auf diesem Wege Befehle ausführen.

Auch der Zugriff auf die Weboberfläche ist nicht abgesichert. Als Benutzername wird admin eingegeben, ein Passwort ist nicht erforderlich. Immerhin: Dieses Passwort kann vom Nutzer geändert werden. Über die Oberfläche können nicht nur Dateien manipuliert, sondern auch der Videofeed der Kamera selbst angezeigt werden. Der integrierte FTP-Server verwendet ein hardcodiertes Passwort, das nicht den üblichen Kriterien für sichere Passwörter entsprechen dürfte – denn es ist leer. Ein sicheres Passwort kann leider nicht vergeben werden.

Zahlreiche weitere Schwachstellen

Der Bericht listet zahlreiche weitere Schwachstellen in den beiden Geräten auf. So können vom Angreifer Befehle in die Datei im Verzeichnis /mnt/mtd/boot.sh eingeführt werden, zahlreiche Berechtigungen sind falsch gesetzt und auch die integrierte Firewall arbeitet nicht korrekt. Angreifer können außerdem die verschlüsselte Konfigurationsdatei auslesen und herunterladen. Diese ist nicht mit individuellen Passwörtern gesichert, sondern ebenfalls mit einem hardcodierten String. Wer die Firmware analysiert, kann also das entsprechende Passwort herausfinden. So viel Arbeit ist aber nicht unbedingt notwendig, weil das Admin-Interface kein Rate-Limiting beim Ausprobieren von Passwörtern vorsieht. Mit Hilfe eines Wörterbuchs kann daher ein Brute-Force-Angriff durchgeführt werden.

“Die Sicherheit wurde bei diesen Produkten komplett ignoriert”, sagte der F-Secure-Forscher Harry Sintonen. “Augenscheinlich ging es dem Hersteller nur darum, das Gerät schnell fertigzustellen und auf den Markt zu werfen. Gängige Sicherheitspraktiken wurden links liegen gelassen, das gefährdet Nutzer und Netzwerke. Ironischerweise sollen diese Kameras mehr Sicherheit zu Hause bieten – während sie gleichzeitig das virtuelle Heim unsicherer machen.”

F-Secure empfiehlt, die Kamera – wenn überhaupt – in einem segmentierten Netzwerkbereich mit einer effektiven Zugangskontrolle zu betreiben. Gegen die hardcodierten Zugangsdaten für den FTP-Server gibt es allerdings keine Abhilfe, auch die anderen lokal ausnutzbaren Schwachstellen können vom Nutzer nicht behoben werden. Wir haben das Foscam um eine Stellungnahme gebeten.

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