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Forschung: Doppelter Datendurchsatz auf Glasfasern

Heinrich Voigts on June 11, 2017 - 4:58 am in Internet

Mit zwei Frequenzkammgeneratoren lassen sich mehr Daten tragende Farben in eine Glasfaser speisen. Ein Forscherteam hat so 55 Terabit pro Sekunde übertragen.

Schon 2014 demonstrierte ein Forscherteam des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der EPFL in Lausanne, wie sich optische Frequenzkämme nutzen lassen, um in Glasfasern mehr Farben zu transportieren, was die Summendatenrate steigert. Dabei kreist in einem Mikroresonator aus Siliziumnitrid ein Soliton, eine “formstabile” optische Welle, womit sich optische Frequenzkämme mit besonderer spektraler Reinheit generieren lassen.

Die Forscher betrieben nun zwei solcher Mikroresonatoren mit sich überlagernden Frequenzkämmen und konnten damit Daten auf insgesamt 179 Wellenlängen auf einer Glasfaser übertragen. Technisch üblich sind bisher 88 Farben. Im Experiment lief so über eine 75 Kilometer lange Teststrecke eine Summendatenrate von 55 Terabit pro Sekunde, was mehr als einer Million durchschnittlicher VDSL-Internetanschlüsse entspricht.

Neben der höheren möglichen Bandbreite haben die Mikroresonatoren einen weiteren Vorteil, den das KIT herausstellt: Sie sollen mit weniger Lichtleistung als herkömmliche optische Sender auskommen und so den Energieverbrauch der Schnittstellen senken, was besonders in Konzentratoren mit vielen Anschlüssen wichtig ist. Details zu den Solitonkammquellen beschreiben die Wissenschaftler in einem Aufsatz im Fachmagazin Nature. (ea)

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