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Extremistische Inhalte: Google hat weiter Probleme mit Werbeplatzierungen

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Gerfried Steube an März 30, 2017 - 9:50 pm in Internet

Die Videoplattform Youtube arbeitet weiter an einer Lösung für die Probleme mit Werbekunden, die verärgert sind, weil ihre Anzeigen neben extremistischen Videos auftauchten. Sie sei persönlich damit beschäftigt, sagte Youtube-Chefin Susan Wojcicki am Donnerstag in Berlin. Die Google-Plattform habe Maßnahmen getroffen, um Anzeigenkunden mehr Kontrolle darüber zu geben, wo ihre Werbung zu sehen sei, bekräftigte sie. Außerdem gebe es nun mehr Kategorien von Videos, neben denen grundsätzlich keine Werbung angezeigt werde.

Unter anderem die BBC, die amerikanischen Telekom-Konzerne Verizon und AT&T, der Konsumgüter-Riese Johnson & Johnson, Ford und die Bank JP Morgan Chase hatten Anzeigen bei Youtube ausgesetzt. Ein Teil des Problems ist, dass Werbeplätze im Umfeld von Youtube-Videos weitgehend automatisiert über diverse Marktplätze befüllt werden.

Gleichzeitig war Youtube dafür kritisiert worden, dass ein Algorithmus für eine Jugendschutz-Version der Plattform LGBT-Inhalte (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender) herausfilterte. „Das war auf keinen Fall unsere Absicht“, sagte Wojcicki im Gespräch mit Wirtschaftswoche-Chefredakteurin Miriam Meckel. Man wolle weder zensieren noch Stimmen unterdrücken. Zugleich seien die beiden Probleme zwei Seiten einer Medaille: In einem Fall habe Youtube zu wenig gefiltert, im anderen zu viel.

Wojcicki sprach sich gegen gesetzliche Regelungen aus, die – wie gerade in Deutschland geplant – Online-Dienste verpflichten würden, auf eigene Faust rechtswidrige Inhalte zu finden und zu löschen. „Solche Gesetzgebung führt dazu, dass zu viel zensiert wird, dass Plattformen Inhalte entfernen, die nicht entfernt werden sollten“, sagte Wojcicki. Tests hätten jedoch ergeben, dass Youtube dazu in der Lage sei, innerhalb von 24 Stunden mehr als 90 Prozent der beanstandeten Inhalte zu prüfen und zu entfernen.

Die Bundesregierung fordert in einem umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG), dass soziale Medien mit mehr als zwei Millionen Nutzern innerhalb von 24 Stunden „offensichtlich rechtswidrige Inhalte“ entfernen oder den Zugang zu ihnen sperren müssen.

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