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Equal Rating Innovation Challenge: Mozilla will indische Dörfer ins Netz holen

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Gerfried Steube on April 2, 2017 - 9:33 pm in OSS

Noch immer hat die Mehrheit der Menschen weltweit keinen Zugang zum Internet. Der Browserhersteller Mozilla will sich dem Problem annehmen und dabei gleichzeitig Alternativen zu Ansätzen wie Facebooks Initiative Free Basics schaffen.


Das nun auf der diesjährigen RightsCon auf großer Bühne gekürte Siegerprojekt Gram Marg aus Indien will Dörfer, die bisher offline waren, über die Nutzung sogenannter White Spaces im Frequenzband mit dem Internet verbinden. White Spaces sind ungenutzte Funkfrequenzen, die zwar offiziell einem Rundfunkservice wie etwa Fernsehen oder Radio zugeordnet sind, lokal aber aktuell nicht genutzt werden.

Internet für weitere 800 Millionen Menschen

“TV White Space in Indien gibt es zwischen 470 und 585 Mhz und die einzige terrestrische Sendeanstalt in Indien ist Doordarshan”, sagte Sarbani Banerjee Belur, Teammitglied bei Gram Marg, während ihrer Bewerbungsrede im Halbfinale des Wettbewerbs. “Das heißt nur 8-16 Mhz werden überhaupt genutzt. Der Rest liegt komplett brach.”

Alternative Verbindungen seien wegen der hohen Zahl indischer Dörfer und der großen Distanzen zwischen ihnen bisher nicht umsetzbar. So seien direkte Glasfaserkabel zu teuer und Point-to-Point-Microwave-Links wegen des hügeligen Terrains unmöglich. Die Nutzung von TV White Spaces biete demgegenüber eine kostengünstige und verlässliche Alternative. Auf diese Weise will Gram Marg in Zukunft 800 Millionen Menschen in 640.000 Dörfern in Indien mit schnellem Internet versorgen.

“Wir haben unsere Challenge bewusst breit formuliert. Wir wollten ein Team mit Einfallsreichtum, um eine kostengünstige und skalierbare Breitband-Lösung zu entwickeln, mit der Bescheidenheit, die Lösung ausreichend zu testen und iterativ zu verbessern, und mit der Vision, das Leben der Menschen zum Besseren zu verändern. Gram Marg hat alle drei Punkte voll erfüllt”, begründet Mozilla-Chefin Mitchell Baker die Auswahl der Siegerin. Auch die Tatsache, dass Gram Marg seine gesamte Technologie als Opensource zur Verfügung stelle und damit für andere Weltregionen nutzbar mache, habe die Entscheidung beeinflusst.

Platz 2: Freies WLAN für Südafrikas Townships

Den mit 75.000 US-Dollar dotierten zweiten Platz gewann das Projekt Afri-Fi aus Südafrika, das ein möglichst großes öffentliches und kostenloses WLAN in benachteiligte Regionen bringen will. In Pretoria und den umliegenden Townships sei es so gelungen, rund 700.000 Nutzern jeweils 500 Megabyte pro Tag freies Datenvolumen zur Verfügung zu stellen. Nach eigenen Angaben hat Afri-Fi so das größte öffentliche WLAN des Kontinents geschaffen.

Mit Mozillas Equal Rating Innovation Challenge sollen explizit sogenannte Walled Gardens wie Facebooks Free-Basics-Initiative überwunden werden. Facebook bietet mit Free Basics in rund 60 Ländern kostenlosen, aber stark eingeschränkten Internetzugang an. Nutzer haben bei Free Basics keinen Zugang zum freien Internet, sondern lediglich kostenlosen Zugriff auf Facebook sowie einige von Facebook ausgewählte Dienste wie etwa Wikipedia.

In Indien wurde Free Basics wegen Verstoßes gegen die Netzneutralität verboten.

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