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Donald Trump: Ein unsicherer Deal für die IT-Branche

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Gerfried Steube an Januar 20, 2017 - 4:06 pm in Internet

Wer geglaubt hatte, der 70 Jahre alte New Yorker Bauunternehmer und Fernsehmoderator Donald Trump würde sich mit der Wahl zum US-Präsidenten über Nacht in einen versöhnlicheren Staatsmann und Politiker verwandeln, ist in den vergangenen Wochen eines Besseren belehrt worden. Dazu reicht es völlig aus, sich seine teils chaotische Pressekonferenz in New York anzuschauen oder das lange Interview mit der Bild-Zeitung zu lesen. Seine wirren und in sich widersprüchlichen Äußerungen ließen Beobachter in den Tagen vor seiner Amtsführung am heutigen Freitag rätseln, was Trump wirklich vorhat und tatsächlich umsetzen würde. Auch für die IT-Wirtschaft sind Prognosen schwer zu treffen.

Bisweilen argumentiert Trump offenbar ohne Kenntnis der wirtschaftlichen Fakten und Zusammenhänge. Beispiel BMW und Mexiko: „Ich liebe Mexiko, ich mag den Präsidenten, ich mag alle Leute – aber ich würde BMW sagen, wenn sie eine Fabrik in Mexiko bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen“, sagte er der Bild-Zeitung. Offenbar weiß Trump nicht, dass BMW in den USA jährlich mehr als 400.000 X-Modelle produziert, aber nur 365.000 Autos importiert. Das Werk in Spartanburg exportierte 2014 mehr Autos als jede andere US-Fabrik von GM, Ford oder Fiat Chrysler.


Trump will „großartige Deals“ statt Politik

Warum sollte BMW mit hohen Einfuhrzöllen bestraft werden, wenn es künftig seine 3er-Modelle statt in Südafrika in Mexiko bauen lässt? Es ist ja nicht einmal so, dass das Unternehmen seine Produktion aus den USA verlagern möchte. Trumps Drohungen sind daher im Grunde völlig sinnfrei und entbehren jeder Grundlage.

Das alles scheint dem neuen US-Präsidenten völlig egal zu sein, solange er den Eindruck erwecken kann: Ich kümmere mich um Jobs in den USA und sorge dafür, dass Globalisierung und Strukturwandel für meine Wählerklientel künftig nicht mehr so große Nachteile bringen. Dazu will er „großartige Deals“ aushandeln. Um die Wirtschaft anzukurbeln, verspricht er geringere Unternehmenssteuern und einen Abbau von Regulierung. Gleichzeitig will er den Zugang von Ausländern zum US-Arbeitsmarkt erschweren.

Droht eine Gefälligkeitsökonomie?

Seine Pläne dürften sich daher auch auf die US-amerikanische IT-Wirtschaft auswirken. So drängt Trump beispielsweise Apple-Chef Tim Cook dazu, iPhones in den USA bauen zu lassen. Zuletzt behauptete Trump in einem Interview, Cook habe dafür „ein offenes Auge“ und werde wahrscheinlich „etwas Großes“ für sein Land tun. Warum sollte aber ausgerechnet das liberale Silicon Valley seine Unternehmenspolitik ändern, um einem reaktionären Politiker einen Gefallen zu tun? Beobachter befürchten dennoch, dass sich die USA hin zu einer Gefälligkeitsökonomie entwickeln könnten.

Unwahrscheinlich erscheint zumindest, dass Apple und andere Konzerne wie Facebook oder Google dem neuen US-Präsidenten beim Thema Überwachung jeden Gefallen tun werden. Denn dabei steht auch die Glaubwürdigkeit der Unternehmen auf dem Spiel. So hat Trump vor gut einem Jahr Apple dafür kritisiert, der US-Bundespolizei FBI keinen Zugang zum Handy eines Attentäters verschafft zu haben. Sogar zu einem Boykott von Apple rief er auf.

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