/ Software-Entwicklung / CloudNativeCon/KubeCon: Alle lieben Kubernetes

CloudNativeCon/KubeCon: Alle lieben Kubernetes

Gerfried Steube on December 8, 2017 - 11:13 am in Software-Entwicklung

Auf der KubeCon geben Unternehmen gerne ihre neuen Veröffentlichungen aus dem Umfeld von Containerisierung und Microservices bekannt. Dazu gehören Kubernetes 1.9 und das Microservice-Framework Metaparticle von Microsoft.

Inzwischen zum vierten Mal veröffentlicht die Cloud Native Foundation (CNCF) in diesem Jahr eine neue Release ihres Kernprojekts Kubernetes. Allerdings haben sie es nicht ganz fertiggebracht, Version 1.9 auf ihrer KubeCon in Austin (6.-8. Dezember) vorzustellen, das angepeilte Verfügbarkeitsdatum ist der 13. Dezember. Bedingt durch die kurze Zeit seit der letzten Release hält sich die Zahl der Neuerungen diesmal in Grenzen. Nennenswert ist die Workload API, die DaemonSets, Deployments, ReplicaSets und StatefulSets zusammenbringt. Außerdem erhält Kubernetes on Windows Beta-Status

Immer mehr Firmen unterstützen die Entwicklungen der CNCF und insbesondere von Kubernetes. 34 neue Sponsoren kann die Stiftung vermelden, darunter HPE, NGINX und Grafana Labs mit Silber-Status. Die chinesische Suchmaschine Baidu erhält den Rang als Gold-Member. Das gleiche gilt für Salesforce und für JFrog, die zudem ihre Software Artifactory zum Verwalten von CI-Servern als Open-Source-Variante zur Verfügung stellen wollen. Zum Platin-Mitglied steigt Alibaba-Cloud auf.

Produktreife

Etliche Projekte, die rund um Container, Microservices und Kubernetes entstanden sind, konnten auf der Konferenz eine runde Versionsnummer bekanntgeben.

Containerd, das Docker vor einem Jahr in ein eigenständiges Produkt umgewandelt und im März an die CNCF übergeben hat, hat Version 1.0 erreicht. Seit Version 1.8 kann Kubernetes Containerd direkt als Container-Runtime verwenden, ohne die vollständigen Docker-Tools einzubinden.

Zur Überwachung komplexer Systeme aus Microservices hat Uber Jaeger entwickelt, das auf der KubeCon in Version 1.0 angekündigt wurde. Das Tracing-Werkzeug konnte ursprünglich nur die Schnittstellen bedienen, die Uber selbst benötigte. Das möchte man jetzt öffnen und implementiert Backend-Anbindungen nicht nur an Cassandra, sondern auch zum Beispiel ElasticSearch. Angedacht ist zudem MySQL, ScyllaDB und InfluxDB.

Vereinheitlichtes Logging soll Fluentd ermöglichen, das ebenfalls Versionstand 1.0 erreicht. Darin soll unter anderem die Anbindung an Prometheus und Apache Kafka flüssig laufen. Auch läuft es jetzt unter Windows und ermöglicht Authentifizierung über sein Protokoll.

Fast fertig

Buoyant, eigentlich bekannt für Linkerd, hat mit Conduit ein neues Werkzeug zum Verwalten von Services mit Kubernetes vorgestellt. Das “Ultraleight Service Mesh” besteht im Kern aus einem Proxy, der lediglich 10 MByte Speicher belegt und sich durch eine geringe Latenz auszeichnet. Auf der anderen Seite bringt es nur einen minimalen Satz an Funktionen, die sich allerdings über gRPC-Plugins erweitern lassen.

Microsoft nützte die Gelegenheit, um zu demonstrieren, wie sich Azure Container Instances in Kubernetes einbinden lassen und gab einen Vorgeschmack auf ihre eigenes Kubernetes-Angebot (AKS). Zudem stellten die Verantwortlichen das Microservice-Framework Metaparticle vor, das mit Blick auf den Einsatz unter Kubernetes entwickelt wurde. Gegenwärtig bietet es JavaScript, Java und .NET.

Kubernetes nicht mehr selber verwalten müssen

Interessantes bietet auch der Markt rund um Managed Kubernetes. EasyStack bietet mit EasyStack Kubernetes Service ein Managed Kubernetes, das sie mit Dienstleistungen rund um die (Open-Stack)-Cloud anreichern. Über das Browser-Interface sollen sich typische DevOps-Aufgaben erledigen oder einfach Software aus dem Application Markeplace im Cluster starten lassen.

Das Hamburger Start-up Loodse bietet mit seiner Kubermatic Container Engine ebenfalls ein “Managed Kubernetes”. Das Werkzeug soll helfen, Kubernetes Cluster mehr oder weniger automatisiert zu verwalten. Sie gaben in Austin die Verfügbarkeit von Version 2.0 ihres Tools bekannt. Das automatisiert das Setup von Kubernetes unter anderem in der Infrastruktur von Microsoft Azure, TelekomCloud, Google Cloud Platform, Huawei und OpenStack. Dort installiert es Kubernetes 1.8, wofür es auch zertifiziert ist. Mit Kubermatic 2.0 aufgesetzte Cluster lassen sich zudem relativ einfach horizontal skalieren.

Im Rahmen der Konferenz gab die CNCF Ergebnisse einer Umfrage zum Einsatz von Kubernetes bekannt. Zwar dominiert es den Markt der Containerorchestrierer eindeutig, die Zahlen entwickeln sich aber nicht mehr so drastisch wie kurz nach der Veröffentlichung der Software. Immer noch relevant sind Docker Swarm und Mesos. Auch Shell Skripte wurden häufig als Werkzeug genannt. Der Einsatzort verschiebt sich leicht vom eigenen Rechenzentrum in die Cloud, wo Amazon und Google klar die wichtigsten Anbieter sind. Gerade größere Unternehmen (mit mehr als 250 Mitarbeitern) setzen Kubernetes inzwischen auch im Produktivbetrieb ein. Als prominente Beispiele nennt die CNCF das Mitfahrerportal BlaBlaCar und das AR-Spiel Pokémon Go. (jab)

Read more on: Source

Comments are disabled