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Build 2017: Microsoft drängt ins IoT

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Gerfried Steube on May 11, 2017 - 6:21 am in Software-Entwicklung

Microsoft gibt heute auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz seine Pläne fürs nächste Jahr bekannt: Man will das Internet of Things erobern und anderen Firmen mit eigenen Deep-Learning-Diensten bei der Auswertung von Daten unter die Arme greifen.

Microsoft kündigt auf seiner heute startenden Entwicklerkonferenz Build 2017 in Seattle neue Dienste für seine Azure-Cloud und darauf aufbauende Dienstleistungen für Unternehmen an. Firmen-Chef Satya Nadella nennt das “Intelligent Cloud”. Unter diesem Sammelbegriff fasst Microsoft seine künftigen Cloud-Dienste zusammen, die riesige Datenmengen über maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz analysieren und die Ergebnisse ohne Zeitverzögerung weltweit auf jedwedem Endgerät, sei es ein Desktop-PC oder ein Smartphone, zur Verfügung stellen kann. Das ganze ist ganz klar aufs Internet of Things (IoT) gemünzt, wo Microsoft deutlich auf mehr Präsenz drängt.

Microsoft will verstärkt als Dienstleister für andere Firmen auftreten, die Datenbank- und Analyse-Werkzeuge von Microsoft als komplett schlüsselfertige Dienstleitungen einkaufen und nach ihren eigenen Bedürfnissen mit Daten füttern und programmieren können – “serverless” nennen die Redmonder dieses Angebot. In einen Preview “Azure IoT Edge” demonstriert Microsoft, wie die KI-basierte Datenanalyse künftig auch auf Peripheriegeräte, Sensoren und Maschinen mit Internet-Anbindung ausgeweitet werden können. Dazu werden Erweiterungen von Microsoft Graph vorgestellt, die neue Echtzeit-Analysen von Betriebsanlagen ermöglichen, und etwa Berechnungen von Ausfallwahrscheinlichkeiten verbessern, sodass sich Module vorher ersetzen lassen.

Wer das IoT erobern will, muss groß denken

Microsoft denkt in großen Dimensionen. So zähle man inzwischen eine halbe Milliarde Windows 10 Installationen (Geräte, die mindestens einmal pro Monat aktiv sind), 100 Millionen aktive Nutzer von Office 365 und 141 Millionen Nutzer, die mindestens einmal pro Monat der Sprachassistentin Cortana eine Frage stellen. Doch Microsoft will diese Masse an Endkunden nicht mehr alleine bedienen, sondern öffnet seine Schnittstellen verstärkt für andere Firmen, die ihre eigenen Anwendungen auf Basis der Microsoft-Cloud-Techniken entwickeln können – wichtig beispielsweise für den Betrieb von Industrieanlagen. Bereits über 90 Prozent der Firmen, die in der Liste der “Fortune 500” geführt werden, sollen Cloud-Dienstleitungen von Microsoft in Anspruch nehmen.

Um die komplette Vernetzung und Daten-Analyse in Echtzeit auch für das Internet of Things rund um den Globus zu gewährleisten, bedarf es laut Microsoft einer neuen Datenbank-Technik. Das soll die Azure Cosmos DB werden, die der Konzern heute vorstellt. Cosmos soll eine Konsistenz der Daten auf weltweit verteilten Serverdatenbanken gewährleisten, und gleichzeitig Abfragen auf den gesamten Datenbestand in Echtzeit (innerhalb von 10 Millisekunden) erlauben. Firmen können ihre eigenen Anwendungen für Cosmos programmieren, die viele Datentypen unterstützt und auf einer vielzahl von Endgeräten abgefragt werden kann. Passend dazu soll es neue MySQL- und Postgre-SQL-Managed-Services geben. Nutzer von Oracle und SQL Servern sollen ihre Daten zudem einfacher migrieren können. Zudem unterstützt Azure künftig nahezu alle Container-Formate in Azure Service Fabric.

Eigene Cortana-Apps und Bots, Visual Studio 2017 for Mac

Microsoft will zudem die Programmierung für seine intelligenten Algorithmen unter dem Namen “Cognitive Servie Labs” auch für Drittanbieter öffnen. So verfügen man über zahlreiche KI- und Deep-Learning-Werkzeuge, mit denen sich Bilder und Videos analysieren lassen. Diese können von Drittanbietern genutzt werden, um spezielle Analysen für ihren Fachbereich anzustellen. Darüber hinaus lassen sich Spezialanwendungen für die Bing-Suchmaschine und die Cortana-Sprachassistentin programmieren.

Ein PowerPoint-Übersetzer nutzt Microsofts Übersetzungs-Techniken, um Bildschirmpräsentationen während der Vorführung automatisiert in Echtzeit andere Sprachen umzuwandeln. Mit Harman Kardon und HP arbeitet Microsoft an neuen Angeboten und Produkten, die auf die Sprachassistentin Cortana zugreifen. Über ein sogenanntes Skill Kit können Entwickler auch eigene Anwendungen für Cortana programmieren – zunächst jedoch nur in den USA. Microsofts Bot Framework soll zudem erweitert werden und bessere natürlichere Gespräche mit Chat-Bots erlauben. Mac-Entwickler dürften sich über die erste fertige Version von “Visual Studio 2017 für Mac” freuen, das es bisher als Preview gab. Visual Studio for Mac basiert auf dem bisherigen Xamarin Studio, das Microsoft 2016 zugekauft hat. Zudem unterstützt Azure künftig nahezu alle Container-Formate in Azure Service Fabric. (fab)

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