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Berliner "Luftlöcher": 16.000 Handys für die Polizei?

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Moritz Rosenfeld an März 12, 2017 - 12:35 am in Security

Berlin prüft die Anschaffung von 16.000 Handys für seine Polizisten, um die Funkversorgung der Rechtshüter zu verbessern.

Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) prüft derzeit die Anschaffung von 16.000 Handys für seine Polizeikräfte. Nach Berichten von Radio Berlin-Brandenburg und der Berliner Morgenpost soll so das Problem der mangelhaften Versorgung beim digitalen Polizeifunk im Berlin angegangen werden. Denn in der Stadt gibt es zu wenig Basisstationen für die TETRA-Funkversorgung: 53 Stationen sind in Betrieb, 5 weitere sind in der Planung für 2017, doch erst mit 44 weiteren Stationen ist die Vollabdeckung erreicht. Jetzt wird untersucht, ob 16.000 Handys günstiger sind.

Berliner Techniker wie Polizeitaktiker reagieren genervt, wenn sie auf das Thema Blaulichtfunk in Berlin angesprochen werden. Besonders ärgert sie der Vergleich mit anderen Großstädten wie Wien (138 TETRA-Stationen) oder London (250 plus 20 mobile Einheiten). Wien ist halt hügeliger und London hat ein anderes Betreiber-Modell. Weitere Besonderheiten: in Berlin werden im U-Bahn-Netz besondere Handys benötigt, weil die Berliner Verkehrsbetriebe ein eigenes Netz betreiben. Obendrein ist die sogenannte „Objektverorgung“, bei der Betreiber von größeren Bau-Objekten verpflichtet sind, die Kommunikation von Einsatzkräften innerhalb von Gebäuden sicherzustellen, in Berlin gesetzlich nicht geregelt. Ob die Anschaffung von 16.000 Handys am Markt günstiger ist als der geplante Ausbau um 44 Basisstationen, ist eine offene Frage.

In jedem Fall muss dann die technische Integration dieser Normal-Handys in das verschlüsselte Funknetz der Polizei erreicht werden. Dafür gibt es Lösungen, etwa WAVE von Motorola für die Push-to-Talk-Kommunikation zwischen Smartphones und den Funkgeräten von Polizei und Feuerwehr oder die Android-Anwendung PTT Connect für LTE von Hytera. Hinzu müssen auf dem Smartphone Anwendungen wie das beliebte WhatsApp durch Programme wie Stashcat ersetzt werden, die auf behördeneigenen Servern laufen. Schließlich wäre noch die Betreiberfrage zu klären, wie in Krisensitationen die 16.000 Handys im öffentlichen Netz priorisiert werden können. (jo)

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