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Azure CosmosDB: Eine Datenbank für (fast) den ganzen Erdball

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Heinrich Voigts on May 12, 2017 - 2:02 am in Internet

Microsofts Azure CosmosDB hat das Ziel, Datenabfragen aus einer Datenbank weltweit mit einer einstelligen Millisekunden-Latenz zu ermöglichen. Eigentlich geht das nicht, denn egal, wo der Server liegt, die Laufwege für die Datenpakete sind einfach zu groß und Anwendung samt Datenbank sind vom Nutzer zu weit entfernt. Microsoft bedient sich deswegen eines Tricks: Die identische Datenbank befindet sich nicht nur an einer Stelle, sondern an vielen. Dadurch werden kurze Datenbank-Latenzen auch in der Nähe des Nutzers möglich, der allerdings auch noch erreicht werden muss (Anwendungslatenz). Der Betreiber des Dienstes, der auf Azure CosmosDB setzt, kann dabei aussuchen, wo seine Datenbank überall schnell verfügbar ist.


Möglich wird das durch die mittlerweile 38 Rechenzentren (Geographic Regions), die als Standorte ausgewählt werden können. Diese sind aber ungleichmäßig verteilt. Wer sich die Karte der anklickbaren Regionen ansieht, der wird zahlreiche Lücken entdecken. Afrika fehlt beispielsweise komplett und in Südamerika gibt es nur einen Ort in Brasilien. Um den pazifischen Raum kümmern sich zwei Azure Regions in Australien und Japan. Im US-Bundestaat Hawaii gibt es nichts. Damit ist klar, dass eine weltweite Verfügbarkeit nicht gegeben ist. Aus Sicht der internetaffinen Bevölkerung sieht dies aber schon besser aus. In so einem Fall befindet sich idealerweise die Anwendung in der Nähe und sie kann auf eine schnell erreichbare Datenbank zugreifen.

Vor allem in Europa und Nordamerika existieren zahlreiche Azure Regions. Für kommerzielle Betreiber sind das oft die wichtigen Märkte plus Süd-, Südost- und Ostasien mit einer ebenfalls guten Abdeckung. Sie können mit einer Lösung dort mit hoher Leistung verfügbar sein.

Seitens Microsoft gibt es eine garantierte geringe Latenz. Beim Schreiben von der Anwendung auf die Datenbank sind es unter 15 Millisekunden in 99 Prozent der Fälle und beim Lesen unter 10 Millisekunden. In der Praxis soll der Wert deutlich unterboten werden, was aber nicht vom Angebot garantiert wird.

Nachtrag vom 12. Mai 2017, 0:48 Uhr

Der Artikel wurde um weitere Informationen ergänzt und es wurde klarer herausgearbeitet, dass Datenbanklatenz und nicht Anwendungslatenz gemeint war.

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