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Azul integriert LLVM-basierten Java-Compiler

Gerfried Steube on May 3, 2017 - 5:57 pm in Software-Entwicklung

In Azuls Java-Laufzeitumgebung findet sich nun mit Falcon ein erster auf der Compiler-Infrastruktur LLVM basierender Java-Compiler.

Azul Systems, einer Hersteller einer hochoptimierten Java Virtual Maschine mit Stammsitz im Silicon Valley, hat mit Zing 17.03 ein erstes Release seiner Plattform veröffentlicht, in der der neue JIT-Compiler (Just-in-time) Falcon mitgeliefert wird. Er basiert auf der Compiler-Infrastruktur LLVM und soll den bislang in Zing sowie in Oracles HotSpot und OpenJDK genutzten C2-Compiler ersetzen. C2 war schon 1997 auf der damaligen JavaOne vorgestellt worden. Falcon ist nun der neue Standard-Compiler in Zing.

LLVM ist ein quelloffenes Compiler-Framework, das für viele jüngere Programmiersprachen als Compiler-Backend-Technik genutzt wird – etwa bei Apples Swift oder Mozillas Rust. Zu den in die LLVM-Entwicklung involvierten Unternehmen gehören Adobe, Apple, Google, Nvidia und Intel, auch wenn seine Ursprünge im akademischen Umfeld liegen. Azul sind offenbar die ersten, die LLVM in einer Laufzeitumgebung mit Garbage Collection nutzen. Im Zuge der Arbeiten, Java mit LLVM zusammenzubringen, wurden etliche Beiträge an das LLVM-Projekt übergeben, die helfen sollen, dass Java und andere gemanagte Plattformen die Compiler-Funktionen von LLVM integrieren können.

Deutlich performanter als HotSpot

Abhängig von der jeweiligen Anwendung soll Falcon eine 5 bis 250 Prozent bessere Produktionsperformance als Oracles HotSpot aufweisen, so Azul. Das Unternehmen hat LLVM darüber hinaus um Fähigkeiten erweitert wie die Möglichkeit, JIT-Code zu ersetzen und zu deoptimieren. Als mögliche Anwender sieht der Zing-Hersteller Unternehmen, die über große E-Commerce- und Webseiten oder Transaktionssysteme verfügen beziehungsweise mit Aufgaben wie Betrugserkennung und Risikoanwendungen zu tun haben.

Zing 17.03 steht für bestehende Kunden zum sofortigen Download im Zing Support Portal zur Verfügung. Die neue Version ist außerdem als 30-Tage-Testversion verfügbar. Ein jährliches Abonnement kostet derzeit mindestens 3500 US-Dollar pro Server. Niedrigere Preise gibt es bei größeren Mengen und längerfristigen Abonnements. (ane)

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