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APT29: Staatshacker nutzen Tors Domain-Fronting

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Moritz Rosenfeld an März 30, 2017 - 3:40 am in Security

Die Sicherheitsfirma Fireeye zeigt in einem aktuellen Bericht, dass die gemeinhin den russischen Nachrichtendiensten zugeordnete Hackergruppe mit dem Namen APT29 zur Verschleierung ihrer Aktivitäten das sogenannte Domain-Fronting nutzt. Beim Domain-Fronting werden Anfragen an Server so verschleiert, dass sie wie normale Nutzerzugriffe auf beliebte Dienste wie zum Beispiel Google aussehen.

APT29 ist auch unter dem Namen Cozy Bear bekannt, die Gruppe soll Verbindungen zum russischen Geheimdienst FSB haben. Die ebenfalls russische Gruppe APT28 hingegen wird mit dem Militärgeheimdienst GRU in Verbindung gebracht und meist als Fancy Bear oder Sofacy bezeichnet.

Tor hatte die Meek-Technologie vor allem entwickelt, um die Internetzensur in vielen Ländern zu umgehen. Im vergangenen Jahr hatten die Betreiber des Kryptomessengers Signal ebenfalls angefangen, die sogenannten „pluggable transports“ zu nutzen, nachdem der Zugriff auf den Dienst in verschiedenen Ländern blockiert wurde.

Wird die Technologie genutzt, so wird die Adresse des Zielsystems in eine HTTP-Nachricht überführt und dann mit TLS verschlüsselt. Diese verschlüsselte Nachricht wird schließlich an einen Server im gleichen Content Delivery Network gesendet, der eine nicht zensierte Webseite hostet – in vielen Fälle ist dies Google. Dieser Server entschlüsselt die Nachricht und leitet sie an die eigentliche Webseite weiter, die dann die Antwort an den Client sendet.

APT29 erstellte eigenen Hidden-Service

Nach Angaben von Fireeye hat APT29 einen eigenen Tor-Hidden-Service erstellt, der Traffic eines Torclients auf den Ports 139 (NetBios), 445 (Server Message Blocks, SMB) und 3389 (Terminal Server, TS) weiterleitet. So konnte die Gruppe Rechner infizieren und Befehle verteilen, ohne dass diese in den Logdateien verdächtig waren. Offenbar nutzt APT29 die Technologie bereits seit mindestens zwei Jahren.

Auf dem infizierten Rechner werden von Cozy Bear zahlreiche Skripte installiert, die unter anderem Windows-Funktionen für Nutzer mit bestimmten Bedürfnissen, wie zum Beispiel die Binary der Einrastfunktion (Sticky Keys), durch eigene Software ersetzen, um den Angreifern dauerhaften Zugang und erweiterte Rechte („privilege escalation“) zu ermöglichen. Dabei wird die Binary für Sticky Keys (sethc.exe) durch cmd.exe ersetzt. Mehrmaliges Drücken einer bestimmten Taste ermögliche dann den Zugriff auf die Kommandozeile mit erweiterten Rechten, so die Sicherheitsfirma.

Fireeye verbindet die Berichterstattung über die Technologie mit einem Sales-Pitch. Es sei für Unternehmen sehr wichtig, Zugriff auf TLS-verschlüsselten Traffic zu bekommen, um entsprechende Angriffe entdecken zu können. Tatsächlich birgt der Einsatz von HTTPS-Man-In-Middle-Boxen allerdings zahlreiche Gefahren, auch das US-Cert hat entsprechende Hinweise für die Verwendung der Technologie herausgegeben.

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