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App Transport Security: Apple verlängert Frist für sichere App-Kommunikation

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Moritz Rosenfeld an Dezember 24, 2016 - 2:05 pm in Security

Die obligatorische Umsetzung von App Transport Security (ATS) zum Jahreswechsel 2016/2017 entfällt erstmal. In einer knappen Entwickler-Mitteilung hat Apple die Pflicht zur Nutzung für Entwickler auf unbestimmte Zeit verschoben. Eigentlich hätte Apple ab 2017 in seinen App Stores für MacOS und OS X sowie iOS nur noch App-Einreichungen freigegeben, die ATS unterstützen.

Apple will den Entwicklern mehr Zeit zur Vorbereitung geben. Wann ATS Pflicht wird, sagt Apple erst einmal nicht und will eine neue Frist erst später nennen. ATS wurde bereits mit iOS 9 und OS X eingeführt, also vor etwas mehr als einem Jahr. Mit ATS wird verhindert, dass beispielsweise in offenen WLAN-Systemen der Netzwerkverkehr von weiteren Teilnehmern abgehört wird. Dass ATS keine Pflicht zum Jahreswechsel wird, bedeutet aber nicht, dass alle Apps unsichere Kommunikation durchführen. Sichere Kommunikation ist zumindest bei nahmhaften Entwicklern die Regel. Es sind eher kleinere Projekte, die damit auffallen, ihre Kommunikationskanäle nicht abzusichern, mitunter auch, weil die Daten als nicht schützenswert eingestuft werden.

Entwickler müssten sich für ATS Gedanken machen

Mit ATS schließt Apple allerdings eine Lücke. Dadurch, dass Entwickler gezwungen werden, ATS in ihre Apps zu integrieren und sich damit zu beschäftigen, müssen die Entwickler sich die Netzwerksituation genauer ansehen und bewusst damit umgehen. Sie haben keine Wahl mehr, was der Absicherung der Anwender zugutekommt. Nicht betroffen davon sind natürlich Anwendungen, die außerhalb von Apples Infrastruktur verteilt werden.

Die Entwickler kommen allerdings offenbar nicht mit. ATS soll erst bei 5 Prozent der wichtigen iOS-Apps umgesetzt worden sein, so Appthority in einer Studie. Es handelt sich allerdings um eine mit Vorsicht zu genießende Stichprobe und sie muss im Kontext anderer Zahlen gesehen werden, die Appthority ebenfalls angibt. So verwenden 45 Prozent der für Unternehmen relevanten getesteten 200 Apps eine per HTTPS abgesicherte Kommunikation. Das ist deutlich mehr als bei Android. Dort soll der Anteil nur bei 20 Prozent liegen. Appthority stellt zudem klar, dass einige Apps ATS derzeit gar nicht umsetzen können, da die Apps auf ungesicherte Infrastruktur zugreifen, was manchmal nur ein Zugriff auf Analyse-Dienste sein kann. ATS hat für solche Fälle allerdings Ausnahmen. Einige Entwickler entscheiden sich trotzdem dazu, ATS explizit abzuschalten, was vermutlich einfacher ist, als die Netzwerk-Situation im Detail zu analysieren. Ausnahmen müssen begründet werden. Es gibt aber auch globale Ausnahmen, wie etwa die Anzeige von Webinhalten per WKWebview innerhalb einer App, denn nicht jede Webseite bietet eine sichere Verbindung.

Einen Überblick zu ATS und den Ausnahmen bietet Apple in einer frei verfügbaren WWDC-2016-Session.

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