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API-Nachbau: Wine 2.0 unterstützt Microsoft Office 2013

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Gerfried Steube an Januar 25, 2017 - 10:17 pm in OSS

In der nun verfügbaren Version 2.0 des Windows-API-Nachbaus Wine steckt laut Ankündigung mehr als ein Jahr Arbeit und in die Veröffentlichung seien etwa 6.600 individuelle Änderungen eingeflossen. Die wohl wichtigste Neuerung ist demnach die Unterstützung für Microsoft Office 2013, das mit Wine 2.0 auch unter Linux genutzt werden kann. Darüber hinaus gibt es einen verbesserten 64-Bit-Support. Das betrifft insbesondere 64-Bit-Anwendungen unter Mac OS, aber auch die Mono-Engine, den Umgang mit C++-Exceptions sowie die jetzt auch auf 64-Bit-Systemen nutzbaren Debug-Register.

Weitere Änderungen decken wie üblich sehr viele unterschiedliche Bereiche ab. So lassen sich nun Fonts in PDF-Dateien einbetten und die Zeichentabellen basieren auf dem Unicode-Standard in Version 9. Zudem bringt Direct Write einige Updates mit. Auf Nutzerseite gibt es besseren Clipboard-Support, auch für HTML-Text, Drag-and-Drop funktioniert nun flüssiger. Daneben wurde das Protokoll System Tray Notification in Version 4 implementiert, im Grafikbereich gibt es Verbesserungen für das Graphics Device Interface (GDI) und die Engine für das Dib-Rastergrafik-Format.

Arbeiten an Direct 3D 10 und 11

Wine 2.0 bringt weitere Features für Direct 3D 10 und 11 mit, etwa Shader Instructions und Array-Texturen. Die Wine-D3D-Datenbank für Grafikkarten erkennt nun mehr Geräte, beim Identifizieren hilft dabei die GL-Erweiterung „GLX_MESA_query_renderer“. Das aktuelle Wine unterstützt auch das D3DX-9-Effekt-Framework besser, es gibt zum Beispiel einen ersten Support für Preshader. Für D3DX 10 und 11 bringt es nun asynchrone Data Loader mit.

Für Audio- und Videostreams unterstützt Wine 2.0 Gstreamer 1.0, im Internetbereich beherrscht Wine das Web-Services-API, mitsamt XML-Reader und -Writer, und serialisiert viele übliche Datentypen. Dank einer ersten Unterstützung für Soap-Calls funktioniert auch die Online-Aktivierung für Microsoft Office 2013. Wine 2.0 verwendet die Gecko-Engine von Firefox 47, dank GNU-TLS unterstützt es verschiedene SHA-Hashes und die Javascript-Performance ist besser und schließt Json ein. Das beeinflusst auch die externen Abhängigkeiten: Wine 2.0 braucht die Libudev, Gstreamer 1.0 und GNU-TLS ab Version 2.10.

Der Wine-Kernel führt eine neue Treiberarchitektur für HID-Geräte ein, die dem Windows-Modell folgt. Künftig will das Projekt damit den Umgang mit HID- und USB-Geräten vereinheitlichen. Unter anderem dafür lassen sich nun verschiedene Kerneltreiber im selben Userprozess laden. Ein Directory-Cache gibt Dateien in einer erwartbaren Reihenfolge zurück und vermeidet Rückgriffe auf plattformspezifische Systemaufrufe.

Neues Modell zur Entwicklung von Wine

Angefangen mit der aktuellen Version will das Projekt künftig einem zeitbasierten Veröffentlichungsrhythmus folgen, der das jährliche Erscheinen neuer Versionen vorsieht. Unfertige Funktionen landen dann in dem jeweils nächsten Release. Aktuell gehören dazu die Direct-3D-Command-Streams, die Direct-3D-Workloads an externe CPUs verteilen sollen, der vollständige HID-Support, die Android-Grafiktreiber sowie die sogenannten „Message-mode Named Pipes“.

Der Quellcode steht auf Winhq.org zum Download bereit, das Projekt selbst bietet auch eigene Binärversionen an.

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