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Altes Protokoll: Debian-Projekt stellt FTP-Server ein

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Gerfried Steube on May 2, 2017 - 6:37 am in OSS

Vor wenigen Monaten hat die Entwickler-Community des Linux-Kernel bekanntgegeben, seinen Code nicht mehr über klassische FTP-Server bereitstellen zu wollen. Diesen Abschied von dem veralteten FTP unternimmt mit dem Debian-Projekt nun auch eine der ältesten noch aktiven Linux-Distributionen, wie die Beteiligten in einer kurzen Mail mitteilen. Der Dienst wird demnach zum 1. November abgeschaltet.

Die Gründe zum Abschalten der FTP-Server von Debian ähneln dabei sehr stark der Argumentation der Kernel-Community. So biete die Technik “keine Unterstützung für Caching oder Beschleunigungstechniken”, die Implementierung für die FTP-Technik stagniere und sie sei zudem “schwierig einzurichten und zu benutzen”. Ebenso sei das Protokoll ineffizient und erfordere umständliche Basteleien an Firewalls oder Load-Balancern.

Zu der Entscheidung beigetragen habe auch, dass die Nutzung der FTP-Server in den vergangenen Jahren stetig abgenommen habe. Letzteres sei auch darauf zurückzuführen, dass der Debian-Installer selbst schon seit über zehn Jahren keine Möglichkeit mehr dafür bietet, per FTP auf die Spiegelserver des Projekts zuzugreifen. Erhalten bleiben soll allerdings vorerst der Domain-Name ftp.debian.org.

Vor allem im Vergleich zur Linux-Community ist an der Entscheidung von Debian interessant, dass das Projekt als Alternative zu FTP das unverschlüsselte HTTP empfiehlt und anbietet. Die Kernel-Hacker setzen stattdessen auf HTTPS. Die Debian-Archive sind darüber hinaus auch überhaupt nicht per HTTPS erreichbar. Der Versuch, per HTTPS auf die Archive zuzugreifen, führt zudem zu einem Zertifikatsfehler.

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